Jede*r kennt es: der Boden ist Lava! Das ist natürlich nur im wörtlichen Sinne gemeint, aber die meisten Menschen haben dieses Spiel schon mal (als Kind) gespielt. Hierbei handelt es sich sogar um ein Spiel, dass seit Generationen Freude bringt.
Nun gibt es sogar eigene Fernseh- und Streaming-Shows, welche das simple Freizeit- und Kinderspiel neu umgesetzt haben.
Auch ihr könnt das Spiel so abändern, dass es sich gut für eine Aktivität an der frischen Luft eignet, wie etwa auf einer Wiese oder im Wald: Hauptsache im Freien Gelände!
Der Boden ist Lava – Kurz erklärt
➡️ Alter: ab 6 Jahren
➡️ Gruppengröße: 6–30 Personen
➡️ Dauer: 10–30 Minuten
➡️ Material: optional
➡️ Ort: drinnen oder draußen
➡️ Ziel: Nicht den Boden berühren
Spielprinzip
Kurz zusammen gefasst geht es bei diesem Spiel darum, sich in der Fantasie vorzustellen, dass der Boden wirklich aus Lava bestehen würde. Ihr merkt also, ein wenig Vorstellungskraft ist schon nötig, um das Spiel einen kleinen Nervenkitzel zu geben.
Jedenfalls geht es dann darum, dass die Kinder sich vor dieser imaginären Lava in Sicherheit bringen müssen, also auf Baumstämmen, Steinen, Turngeräten usw. Grob gesagt: der Boden darf unter keinen Umständen berührt werden. Dies ist notwendig, wenn eine vorher bestimmte Person „Der Boden ist Lava!“ ruft. Innerhalb einer vorher festgelegten Zeit müssen sich dann alle Teilnehmer*innen retten. So wird das Spiel durchgeführt und umgesetzt:
Vorbereitungen
Das Spiel eignet sich für eine Gruppe, mit 10 bis 30 Personen. Wichtig ist, dass es auf der Grünfläche Möglichkeiten gibt, sich vor der Lava in Sicherheit zu bringen. Ihr könnt hierbei auch ganz kreativ werden.
Im Wald können hierzu Steine, Baumstämme und Laubhaufen dienen. Auch an den Bäumen selbst kann sich festgeklammert werden. Nutzt so gut es geht immer die Materialien, die euch die Natur zur Verfügung stellt. Auf einer größeren Grünfläche können eventuell Ressourcen fehlen. Aber auch hier könnt ihr ein wenig nachhelfen.
Platziert vor Spielbeginn „feuerfeste“ Decken (also Wolldecken, Matten usw.), Stühle, Bänke, Tische, leere Getränkekästen, Gymnastikbälle, Kartons, Planken… der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Um es spannender zu machen, könnt ihr während des Spiels auch immer wieder mal einige Dinge wegnehmen. Dadurch lernen die Jugendlichen zunächst für sich selbst zu sorgen und später dann aber auch umsichtig zu sein und anderen zu helfen.
Ist dann alles vorbereitet, erklärt ihr den Jugendlichen das Spiel. Legt außerdem noch eine Stoppuhr bereit. Sobald die Worte „Der Boden ist Lava!“ ausgesprochen wurden, haben die Teilnehmer*innen nur eine begrenzte Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Legt diese Zeit aber vorher gemeinsam fest. Wer es nicht geschafft hat, scheidet erst mal aus, bis ihr das Spiel von Neuem beginnt.
Spielverlauf
Lasst die Kinder einmal alle zusammen kommen und erklärt die Regeln und Bedingungen. Dann geht es auch schon los. Die Teilnehmer*innen dürfen sich frei herum bewegen, tanzen, laufen, rennen, je nach Belieben. Eventuell könnt ihr dazu auch noch etwas Musik laufen lassen.
Nun ruft ihr deutlich immer mal wieder, nach einigen Augenblicken, „Der Boden ist Lava!“. Jetzt sollten sich die Kinder schnell in Sicherheit bringen und ihr stoppt schnell die Zeit und schaut, wer es nicht rechtzeitig geschafft hat. Das macht ihr nun so lange weiter, bis eben nur noch die angegebene Anzahl an Kindern auf dem Spielfeld ist.
Ziel des Spiels
Ziel des Spiels ist es, dass nur noch ein Kind übrig bleibt und dieses dann gewonnen hat. Es ist auch möglich, dass ihr dies variiert und 5 (oder eben eine beliebige Anzahl) Kindern eine Chance gebt, zu gewinnen.
Reflexion des Spiels
Nach ein bis zwei Runden könnt ihr die Kinder dann gerne nach ihrer Meinung fragen. Was hat gefallen? Was war nicht so gut? Wie könnte man das Spiel noch verändern oder sogar verbessern?
Varianten
Dadurch, dass ihr nicht an bestimmte Regeln und Materialien gebunden seid, könnt ihr viel ausprobieren und ausprobieren lassen.
Beispiele:
- Ändern die Zeit, in der man sich retten kann.
- Variiert mit anderen Befehlen wie „Der Boden und alle Holzgegenstände sind Lava!“
- Nehmt während des Spiels immer mal wieder Möglichkeiten weg, sich zu retten.
- „Alle Menschen die im Juli Geburtstag haben, werden zu Stein und dürfen auf dem Boden still stehen bleiben – Der Boden ist Lava!“
- Legt auch mal die Art fest, wie sich die Teilnehmer*innen auf die Gegenstände retten sollen, also z.B. „Achtung, es kommt erst eine riesige Flutwelle aus Wasser, ihr müsst schwimmen – Der Boden ist Lava!“
Der Individualität sind hierbei keine Grenzen gesetzt.
Worauf Jugendleiter*innen achten sollten
„Der Boden ist Lava“ lebt von Bewegung, Tempo und Spaß. Gleichzeitig lohnt es sich, auf Sicherheit und Fairness zu achten. Gerade draußen oder in engen Räumen sollten mögliche Gefahren vorher geprüft und klare Regeln vereinbart werden – zum Beispiel kein Schubsen oder riskante Sprünge.
Wichtig ist außerdem, dass alle Kinder und Jugendlichen mitmachen können. Nicht jede Person bewegt sich gleich schnell oder fühlt sich bei actionreichen Spielen sofort wohl. Deshalb helfen einfache Anpassungen wie zusätzliche sichere Inseln, Teamvarianten oder gemeinsame Aufgaben.
Statt auf Ausscheiden und Wettbewerb zu setzen, kann das Spiel auch kooperativ gestaltet werden: Die Gruppe versucht gemeinsam, alle sicher durch das Lavafeld zu bringen. Das stärkt Kommunikation, Zusammenhalt und sorgt oft für eine deutlich bessere Gruppendynamik.
Häufige Fragen zu „Der Boden ist Lava“ als Spiel in der Kinder- und Jugendgruppe
Für welches Alter eignet sich „Der Boden ist Lava“?
„Der Boden ist Lava“ eignet sich besonders gut für Kinder ab etwa 6 Jahren. Durch die einfachen Regeln verstehen auch jüngere Kinder schnell, worum es geht. Gleichzeitig lässt sich das Spiel leicht an ältere Kinder und Jugendliche anpassen – etwa durch schwierigere Wege, Zeitlimits oder Teamaufgaben.
Gerade in gemischten Gruppen lohnt es sich, verschiedene Schwierigkeitsstufen einzubauen. So können sowohl jüngere Kinder als auch ältere Jugendliche Spaß am Spiel haben, ohne dass jemand überfordert oder unterfordert wird.
Kann man das Spiel drinnen und draußen spielen?
Ja, das Spiel funktioniert fast überall. Drinnen eignen sich Gruppenräume, Turnhallen oder große freie Flächen. Draußen können Wiesen, Schulhöfe, Waldstücke oder Zeltlagerplätze genutzt werden.
Wichtig ist vor allem, dass die Umgebung sicher ist. Rutschige Böden, gefährliche Kanten oder unübersichtliche Wege sollten vorher geprüft werden. Gerade draußen lohnt es sich außerdem, die Umgebung kreativ einzubeziehen: Baumstämme, Kreide-Markierungen oder Seile können schnell Teil des Spielfelds werden.
Welches Material wird benötigt?
Das Schöne an „Der Boden ist Lava“: Das Spiel funktioniert auch fast ohne Vorbereitung. Oft reichen bereits Stühle, Papierblätter, Seile, Kissen, Turnmatten oder andere Gegenstände als sichere Inseln aus.
Je nach Variante können zusätzliche Materialien genutzt werden, zum Beispiel:
- Bierdeckel oder Teppichfliesen als Inseln
- Bänke oder Baumstämme
- Karten mit Zusatzaufgaben
- kleine Team-Challenges
Besonders praktisch für Gruppenstunden oder Freizeiten: Das Spiel lässt sich spontan und mit wenig Aufwand umsetzen.
Wie lange dauert eine Runde?
Eine einfache Runde dauert oft nur 10 bis 15 Minuten. Mit mehreren Varianten, Teamaufgaben oder kleinen Wettbewerben kann daraus aber problemlos ein längeres Programmmodul entstehen.
Gerade auf Ferienfreizeiten oder in Gruppenstunden eignet sich das Spiel gut als Einstieg, Bewegungspause oder als Teil eines größeren Geländespiels.
Wie verhindert man Streit oder Frust?
Wie bei vielen Bewegungsspielen entstehen Diskussionen oft dann, wenn Regeln unklar sind oder einzelne Personen früh ausscheiden. Deshalb hilft es, die Regeln vorher gemeinsam festzulegen und möglichst einfach zu halten.
Außerdem lohnt es sich, kooperative Varianten einzubauen. Statt gegeneinander zu spielen, kann die Gruppe gemeinsam versuchen, das Lavafeld zu überwinden oder bestimmte Aufgaben zu lösen. Dadurch entsteht weniger Konkurrenzdruck und mehr Zusammenarbeit.
Wichtig ist auch, dass niemand lange nur zuschauen muss. Wer ausscheidet, sollte schnell wieder eingebunden werden – zum Beispiel als Teamhilfe, Zeitwächter*in oder in einer neuen Runde. So bleibt das Spiel für alle motivierend und fair.


[…] Stunde lang “Der Boden ist Lava” spielen – nicht den Boden […]
Leider macht dieses ‚gegendere‘ den sonst sicherlich schönen lehrreichen Text kaputt.
Warum ich gendern wichtig finde, verrate ich hier: https://www.jugendleiter-blog.de/2020/01/01/mein-vorsatz-fuer-2020-geschlechtergerechte-sprache-im-blog/