Wie schnell aus einer schönen Bergwanderung im Hochsommer schnell eine ungemütliche Tour mit arktischen Temperaturen und Gewitter werden kann, habe ich in den Bergen nun schon zweimal erlebt. Okay, das eine Mal war es auf Tasmanien, also am anderen Ende der Welt. Das andere Mal allerdings war es im Lager, als wir in Österreich waren und den „Patscherkofel“ in Angriff genommen haben. Zeitgleich ging es auf Mini-, Maxi- und Megatour, wobei die Minitour nur bis zur örtlichen Eisdiele ging, die Maxitour ein Stück den Berg hinauf und die Megatour auf Umwegen bis zum Gipfel ging. Kurz vor eben diesem Gipfel kam sie: Die WOLKE! Schneeweiß und gespenstisch, aber durchaus anziehend und erst auf dem Nachbarberg. „Wäre das nicht toll, da jetzt mittendrin zu sein?“ Ja, das wäre nicht toll, weiß ich nun im Nachhinein. Die Temperaturen sanken von den ursprünglichen 25 Grad im Tal ruckzuck auf Null und zudem setzte heftiger Regen ein. Gut, dass wir entsprechend ausgerüstet waren. Vor allem, als der Regen in ein anfängliches Gewitter umschlug und wir zusahen, wie wir unsere Kinder schnell und sicher wieder runter ins Tal bekommen. Besonders blöd, wenn Wanderer vor einem das Schild mit der Wegmarkierung umgedreht haben: Das Schild führte uns mitten in ein Geröllfeld weitab vom eigentlichen Weg. Ein Blick in die Karte samt Kompass hätte vermutlich Abhilfe geschafft, aber das Schild war ja eindeutig… Der nachträgliche Blick offenbarte zumindest, dass irgendwo vor uns eine bewirtschaftete Hütte sein musste. Und dann merkte man plötzlich, dass wir von der Kirche aus unterwegs waren: Als hätte Petrus Gedanken gelesen, riss für rund zehn Sekunden die Wolkendecke auf und die Hütte in ca. 500m Entfernung kam zum Vorschein. Kurz die prägnantesten Punkte bis dorthin gemerkt kamen wir dann auch kurz, bevor das Gewitter direkt bei uns war, in der Hütte an. Da alle tapfer durchgehalten haben, gabs von uns Leitern dann erstmal eine Runde heiße Schokolade.

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