Ich hatte in einem früheren Beitrag ja schon über unsere große Herausforderung Gigatour Norwegen berichtet. Nun ein kleiner Erfahrungsbericht über Routen, Ziele, Gruppendynamik und Erlebnisse einer echt krassen Tour in Kurzform…

Zeitungsartikel Gigatour 2007 NorwegenAusgangslage: 9-tägige Abenteuertour mit 20 Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren plus drei Betreuer (einer davon bin ich). Start Oslo Airport, Ende Bergen Airport. Hauptetappe von Ustaoset bis Voss. Fortbewegung: zu Fuß, mit dem Mountainbike und mit dem Kanu. Zubringer auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Jeden Tag ein neues Ziel, das Gepäck (rund 18-19 kg inkl. Zelt) ist immer mit dabei. Gruppe extrem heterogen, viele neue Gesichter, aber auch viele alte Hasen. Rechts oben dazu per Klick der Zeitungsartikel…

Tourverlauf:

Tag 0: Zelte aufschlagen in Einflugschneise vom Flughafen Oslo, direkt neben dem letzten Parkplatz im Wald. Schöner Platz für die erste Nacht mit eingebautem Wecker durch startende und landende Flugzeuge.

Rucksäcke wiegenTag 1: Per Zug zum Bahnhof Ustaoset, Ankunft Samstag, 16 Uhr. Rucksäcke wiegen, Lebensmitteltüten für die nächsten 3 Tage verteilen. Einzige Zielvorgabe für die Gruppe: bis Dienstag früh / Mittag in Dyranut ankommen – Etappenverteilung frei wählbar. Outdoor-ToiletteAnkunft mitten im Niemandsland in der Hardangervidda, ca. 2 km vor einer kleinen Hütte namens Tuva. Wir hatten einen tollen Platz neben einem kleinen Hügel, wobei sich erst später herausstellte, dass wir auch einen eignen Badesee und Material zum Bau einer eigenen Outdoor-Toilette hatten.

Tag 2: Kurzer Zwischenstopp an der Hütte zum Wasser auffüllen. Dann Etappe bis zur Kraekkja-Hütte. Dort Notlager statt campen, da 8 Grad, Regen und Sturm. Hüttenwirt ziemlich unfreundlich – aber wir waren glücklich und wurden langsam wieder warm!

Flüsse und AltschneefelderTag 3: Geplant war die recht schroffe Etappe von der Hütte bis Dyranut. Auf ¾ des Weges haben wir jedoch kurzfristig die unbewirtschaftete Kjeldebu-Hütte als Ziel gewählt – wieder wegen Sauwetters und Erschöpfungszuständen einiger Teilnehmer. Die Strecke ging größtenteils über Altschneefelder, Bäche und durch Flüsse.

MountainbiketourTag 4: Kurzes Rest-Wanderetappe von ca. 3 Stunden bis Dyranut – von dort aus 40 Kilometer lange Downhill-Mountainbiketour bis Eidfjord. Fahrräder wurden uns vom Veranstalter Flatearth gebracht, unser Gepäck direkt mitgenommen.

Wildcamp am HardangerfjordTag 5: Mit insgesamt 10 Kanus (ebenfalls von Flatearth) auf dem Hardangerfjord gen Westen – Alle Zelte, Gepäck und neue Lebensmittelration für die nächsten Tage mit an Bord. Wildes Camp aufgeschlagen irgendwo nach ca. 20 bis 25 Kilometer Strecke. Toller Spot mit Platz für so gerade eben 8 Zelte und einen super schönen Lagerfeuerplatz.

Kanu-RettungsaktionTag 6: Vom Nirgendwo noch ein Stück Richtung Westen, dann nördlich in den Fjordarm bis nach Granvin. Dort, wo die drei Fjordarme zusammenlaufen, sind die Wellen sehr hoch: Drei unserer Mädels sind mit ihrem Kanu gekentert:-( Konnten aber alles Gepäck retten, war halt nur scheißen nass! Später in Granvin am Strand auf wunderschön gemähter Wiese die Zelte aufgeschlagen.

Der heiße DrahtTag 7: Nach morgendlicher kleiner Teambuilding-Maßnahme (Der heiße Draht, siehe Bild) letzte Wanderetappe von Granvin bis kurz vor Voss. Dabei querfeldein einen Berg hoch und den ca. 1km langen alten Tunnel von der damaligen Eisenbahnroute durchquert. Nach Erreichen der Bundesstraße mit dem Bus nach Voss, dort Nacht bei krass großem Lagerfeuer am Campingplatz.

WhirlpoolTag 8: Fahrt mit dem Bus nach Bergen – direkt in die Therme und mit 23 Leuten im Whirlpool express-entspannt. Abends bei strömendem Regen dankenswerter Weise eine trockene Unterkunft bekommen (Danke, Thore!). Kleine Abschlussparty bis morgens um 5 Uhr, dann per Taxi zum Flughafen und…

Tag 9: …per Flieger nach Berlin.

 

Fazit: Die Tour war trotz des mäßigen Wetters ein echter Knaller und ich kann sie in der Form nur uneingeschränkt weiterempfehlen! Die Gruppe ist entgegen unserer anfänglichen Befürchtung super schnell zusammengewachsen und hat mit jedem Tag besser zusammen funktioniert! Wir haben zwar an kleineren Stellen ein wenig nachgeholfen (Zeltverteilung & Boote auslosen, Kochgruppen mischen etc.), aber im Wesentlichen war es ein Selbstläufer – wohl auch aufgrund des gemeinschaftlichen Leidens durch das Wetter und harte Teiletappen. Neben jeder Menge Natureindrücken, Selbsterfahrungen und Kampfgeist kam aber auch der gesellige Teil nicht zu kurz. So gab es immer wieder Momente zum Chillen und/oder für Hüttenzauber. Nach dieser Tour weiß jedoch jeder, dass man auch mit stark runtergeschraubten Ansprüchen weit kommt und oft auch mehr aushält, als man sich vorher zutraut… Wir drei Leiter sind jedenfalls super zufrieden mit dem Verlauf und der ganzen Gruppe. Ein riesen Kompliment! Symbolisch macht Thorsten nun den Abgang…[quicktime]http://www.ferienlager-online.de/images/P1030963.MOV[/quicktime]

6 KOMMENTARE

  1. Ok, die Tour ist und war im Nachhinein betrachtet klasse.
    Mittendrin gab es richtige Durststrecken, in denen man sich ncihts mehr wünschte, als schnell zuhause im Bett zu sein und endlich wieder trocken und warm zu sein.
    Alles in allem war es trotzdem wunderschön und eine Wiederholeung wert. Nun, die Wiederholung sollte dann doch auf Malle oder so stattfinden, aber soo scheiße war das Wetter auch wieder nicht.
    Ach ja, vielen Dank auch von mir Thore.
    Jens, bitte deute das hier alles nicht falsch. Ich hoffe doch stark, dass ich nciht noch mal mitkomme 🙂

  2. die tour war nichtnur klasse sondern meeeegaaaaaaaaa geil

    überlegt euch mal was feines fürs nächste und nicht aufhören !!!

    celobrane grüße

    p.s.:wer hat eigentlich die getrockneten früchte in meinem rucksack verstaut und mir nix davon gesagt ???

  3. moin,…
    ja ja norwegen war vielleicht von der landschaft ein perfektes ziel, aber dieses scheiß wetter!!! aber richtig gut war dann aber doch, dass ab und zu die sonne raus kam und manch einer sogar einen sonnenbrand bekam

    zur nächsten tour wäre noch zu sagen, dass man die ja in indonesien starten könnte,…kann mir ja SCHON MAL WAS ÜBERLEGEN 😉

    diese notration trockene früchte, hast du die eigentlich noch mit nach LH geschleppt? das haste ja nur der eisernen planung von karin zu verdanken, die sich nicht mal in der pampa erlaubt nen bisschen mehr unvorraussichtlich zu leben,…

  4. Die Tour war ein Knaller, bis auf die Tatsache, dass es arschkalt und nass ohne ende war und sich leider mein Schuh verabschiedet hat!
    Wenn es nächste mal in einen nicht ganz so subtropischen Bereich wie Norwegen, sondern in sogar noch tropischere Regionen ginge, wär ich sofort dabei…
    Ach ja: braucht noch wer 20 Tütensuppen Notration aus diversen norwegischen Supermärkten…??!
    Grüßä
    Hänning

  5. Hallo zusammen,
    ich kann die vorherigen, zumeist positiv formulierten Beiträge nur bestätigen, muss jedoch vor gefährlichen Trollbahnen warnen, die an den undenkbarsten Stellen Norwegens lauern.
    WEISTE BESCHEID, ne
    Kann mir irgendjemand sagen, bis wann das Nachtreffen organisiert sein muss?
    Leon

  6. Hallo ihrs,

    Ich kann mich der Meinung der Anderen nur anschließen:
    Die Natur war herrlich jedoch hat das Wetter nicht so ganz gestimmt.

    Und nun, wo ich wieder zu Hause bin, muss ich sagen, dass ich euch als Gruppe schon vermisse. Somit freue ich mich schon auf den Düb – tag 😉

    Alles, alles liebe
    Meike

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