In jedem von uns gibt es ein persönliches “Ikigai”, also der Grund, für den es sich zu Leben lohnt. Dabei handelt es sich um eine Lebenseinstellung aus Japan, die dafür sorgen soll, die Lebensqualität und das persönliche Glück zu steigern. Dieses Modell beschäftigt sich im Wesentlichen mit Fragen wie “Welche Dinge machen mich glücklich?” und “Wohin möchte ich mich noch entwickeln?”
Dabei geht es darum, für sich selbst herauszufinden, was im Leben wirklich wichtig ist und dabei auf die persönlichen Stärken zu blicken. Dabei stehen im Vordergrund vier wesentliche Dinge:
1. Was liebe ich und was tue ich gerne? (Begeisterung)
2. Welche Dinge braucht die Welt von mir? (Bedarf)
3. Womit kann ich mein Geld verdienen und wofür werde ich bezahlt? (Wert)
4. Wofür und worin bin ich besonders gut? (Talent)
Mithilfe dieser Fragen soll es ein Leichtes sein, herauszufinden, was es mit dem eigenen Ikigai auf sich hat.
Hier findet ihr passend zu dem Thema “Ikigai” zwei pädagogisch wertvolle Gruppenstunden für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, in denen ihr euch gezielt mit dem Suchen und Finden des persönlichen Ikigais beschäftigt. Dabei geht es beispielsweise auch um eine entspannte Lebensführung und wie der Geist für das Leben im Alltag gestärkt werden kann. Die Gruppenstunden bekommen dazu einen entspannten Rahmen und ihr werdet gemeinsam Lesen, Basteln, Tee trinken und euch gezielt mit dem Thema innerhalb von kleinen Gesprächsrunden auseinandersetzen.
Als Orientierung schafft ihr für die Gruppenstunden einen Rahmen, der sich wie ein roter Faden durch das Programm zieht. Hier werdet ihr jede*r für sich ein Mobile bauen und gestalten, an welches ihr nach jeder Aktion einen bunten Zettel mit einer neu gewonnenen “Weisheit” aufhängt. Dieses Mobile wird dann als positiver Leitfaden des Ikigai am Ende des Gruppenstunden-Programms mit nach Hause genommen, um sich immer wieder an diese Stunden und dessen Inhalte zu erinnern.
Gruppenstunde 1: Mein Ikigai
In der ersten Gruppenstunde werdet ihr zusammen mit den Jugendlichen das Mobile anfertigen und über den Sinn von “Ikigai” sprechen und wie sich das eigentlich zusammensetzt. Anschließend bearbeitet jede*r für sich dazu passende Punkte, über die ihr anschließend in kleinen Gesprächsrunden drüber sprecht.
Das Mobile
Ohne im Vorfeld groß über die Thematik zu sprechen, bastelt ihr zum Einstieg mit den Jugendlichen Mobiles. Dazu nehmt ihr euch einfach zwei gleichgroße Holzstäbe oder auch Stöcke, legt sie über Kreuz und verbindet sie mit einem Stück Draht. Dann wird in der Mitte ein Wollfaden befestigt, an dem das Mobile später aufgehängt werden kann.
Außerdem darf dann zu entspannter Musik das Mobile entweder noch mit Acrylfarben bemalt werden oder mit weiterer Wolle ummantelt werden. Anschließend werden die Mobiles (die ihr am besten mit Namen verseht) dann zur Seite gelegt, ihr benötigt sie nach jeder Aktion der nächsten beiden Stunden.
Die Einführung in die Thematik “Ikigai”
Setzt euch in einen Sitzkreis und bietet den Teilnehmer*innen leckeren Tee oder Kakao an. Ihr sprecht nun zunächst darüber, was die Jugendlichen im Leben glücklich macht. Reicht dazu beispielsweise ein Körnerkissen herum und jede*r, der*die das Kissen in den Händen hält, darf dazu etwas sagen.
Anschließend sprecht ihr dann über das Thema “Ikigai” und was das überhaupt bedeutet. Die wichtigsten Infos dazu findet ihr in den beiden folgenden Artikeln:
– https://karrierebibel.de/ikigai-modell/
– https://utopia.de/ratgeber/ikigai-mit-der-japanischen-philosophie-den-sinn-des-lebens-finden/
Im Anschluss darf sich nun jede*r einen bunten Zettel nehmen und aufschreiben, was ihn*sie im Leben glücklich macht. Dieser Zettel wird nun an das eigene Mobile gehängt.
Oberflächliche Dinge des Ikigai
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Für diese Aktion bekommt nun jede*r einen Zettel und einen Stift und darf folgende Dinge über sich aufschreiben:
– Das ist meine persönliche “Mission” im Leben: …
– Das sehe ich als meine Berufung im Leben an: …
– Mein idealer Beruf daraus folgend wäre: …
– Diese Leidenschaft habe ich selbst: ….
Anschließend setzen sich die Jugendlichen in kleinen Gruppen zusammen (vier bis fünf Personen pro Gruppe) und sprechen über ihre Ergebnisse. Gibt es dabei Ähnlichkeiten?
In der nächsten Gruppenstunde wollt ihr noch persönlicher und direkter auf die damit verbundenen Dinge eingehen, es geht hier also zunächst nur um gesellschaftliche und oberflächliche Dinge, damit die Jugendlichen so lernen, mehr auf sich anstatt auf die Gesellschaft zu hören.
Im Anschluss darf sich nun jede*r einen bunten Zettel nehmen und aufschreiben, was die eigene Mission, Berufung, der perfekte Beruf und die Leidenschaft ist.
Dieser Zettel wird nun an das eigene Mobile gehängt.
Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Lebens
Teilt den Raum in zwei Bereiche, links steht für “Ich stimme zu” und rechts “Ich stimme nicht zu”. Nun sagt ihr als Gruppenleitung eine Sache, für welche die Jugendlichen dankbar sein könnten. Stimmen sie zu, stellen sie sich auf die linke Seite, stimmen sie nicht zu, stellen sie sich auf die rechte Seite. Wer etwas dazu sagen möchte, darf aufzeigen.
Gerne dürft ihr auch Teilnehmer*innen drannehmen, die sich etwas ausdenken dürfen, für das sie dankbar sind und schauen, wie die Gruppe dazu steht.
Im Anschluss darf sich nun jede*r einen bunten Zettel nehmen und aufschreiben, für welche drei Dinge er*sie dankbar ist.
Dieser Zettel wird nun an das eigene Mobile gehängt.
Gruppenstunde 2: Definition des eigenen Ikigais
In der heutigen Stunde wollt ihr euch die vier wesentlichen Bestandteile des Ikigais genauer anschauen und auf euer Leben beziehen. Dabei schaut ihr euch Dinge an, die ihr wirklich liebt, was die Welt von euch braucht, etwas, womit man Geld verdienen kann und entsprechend von Wert ist und welche Talente in euch stecken. Außerdem sprecht ihr am Ende über wertvolle Tipps, wie ihr den Geist des Ikigais mit in euren Alltag mitnehmen könnt.
Die vier persönlichen Perspektiven des Ikigai in meinem Leben
Setzt euch in Dreier- oder Vierergruppen zusammen und befasst euch mit der Frage, was ihr in Anbetracht der letzten Stunde in eurem Leben wirklich liebt. Sprecht gemeinsam als Gruppe darüber, was euch wirklich begeistert, was man ewig tun könnte, ohne dabei Langeweile zu verspüren und was ihr den ganzen Tag tun könntet.
Im zweiten Teil beschäftigt ihr euch nun damit, was die Welt von euch benötigt und welchen Sinn dies wohl für euer Umfeld hat. Auch die Frage, ob dies immer so bleiben soll, was die Jugendlichen dabei fühlen und was sie selbst darüber denken (z.B. ob sie glücklich damit sind) sollen besprochen werden.
Der dritte Teil des Gruppengesprächs befasst sich mit dem Berufswunsch. Welchen Beruf könnt ihr euch für euer späteres Leben vorstellen und geht ihr teilweise vielleicht sogar arbeiten (babysitten, Zeitung austragen usw.)?
Im letzten Teil sprecht ihr in den Gruppen über eure Talente. Worin seid ihr besonders gut, was macht euch stolz und habt ihr schon oft gehört, dass ihr in bestimmten Dingen besonders talentiert seid? Wie geht es euch damit?
Im Anschluss darf sich nun jede*r einen bunten Zettel nehmen und aufschreiben, welche vier persönlichen Perspektiven des Ikigai im eignen Leben eine ganz zentrale Rolle spielen, also quasi die individuellen Ergebnisse der vier Gesprächseinheiten.
Dieser Zettel wird nun an das eigene Mobile gehängt.
Meine tiefsten Gedanken
Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Ikigai ist es, genau in sich hineinzuhorchen und den eigenen Stimmen Raum zu lassen. Dazu setzt oder legt ihr euch gemütlich auf den Boden, dimmt das Licht und macht für 5-10 Minuten ruhige Musik an, die zum Meditieren einlädt.
Nun sollen die Teilnehmer*innen in sich hineinhören, während sie sich mit der Frage über den Sinn ihres Lebens beschäftigen.
Im Anschluss darf sich nun jede*r einen bunten Zettel nehmen und aufschreiben, was die innere Stimme gerade zu ihnen gesagt hat.
Dieser Zettel wird nun an das eigene Mobile gehängt.
Tipps für ein erfolgreiches Ikigai im Alltag
Lasst nun die Geister nach der Meditation wieder langsam wach werden, indem ihr euren Körper ausschüttelt und in einem Stehkreis darüber sprecht, wie ihr in Zukunft den Geist des Ikigais in euren Alltag einbauen könnt. Wertvolle Tipps dazu können wie folgt sein:
– Sei gut zu dir selbst und gönn dir auch mal etwas.
– Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Lebens helfen dabei, glücklicher zu sein.
– Zeit in der Natur lässt dich zu dir selbst finden.
– Umgib dich mit Menschen, die du besonders gerne hast.
– Träume dürfen genossen und gelebt werden.
– Hinterfrage die Dinge und bleib neugierig, bis du eine Antwort hast.
Im Anschluss darf sich nun jede*r einen bunten Zettel nehmen und aufschreiben, welche Tipps euch in Zukunft in eurem Alltag helfen können, das Thema “Ikigai” nicht zu vergessen und euch stets in Erinnerung zu rufen.
Dieser Zettel wird nun an das eigene Mobile gehängt, das im Anschluss dieser Aktion und eurer Verabschiedung mit nach Hause genommen werden darf.

