Vollständig ausgearbeitete Gruppenstunde

Gruppenstunden-Reihe: Gemeinsam durch die Fastenzeit

Fastenzeit

8-12 Jahre

indoor

3*60min
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Die Fastenzeit beginnt in jedem Jahr an Aschermittwoch und dauert dann 40 Tage, also knappe 6 Wochen. Passend zu dieser Zeit bietet sich eine Themenreihe an, um den Kindern schon früh beizubringen, was Fasten bedeutet, wo es herkommt und auch worauf es dabei ankommt.

Geeignet ist dieses Projekt für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Die Reihe umfasst insgesamt drei Gruppenstunden, die je 60 Minuten ausfüllen. Zu Beginn werden die wichtigsten Informationen besprochen und wie ein roter Faden ziehen diese neuen Erkenntnisse sich dann durch das gesamte Projekt. Es werden passende Lieder vorgeschlagen, Aktivitäten, um selbst herauszufinden, wo gefastet werden kann und auch wie man richtig fastet.

Gruppenstunde 1: Fakten rund um die Fastenzeit

Der Kalender der Kirche gehört in den meisten Schulen im Religionsunterricht zum Lehrplan, daher wissen viele Kinder grob über die Fastenzeit Bescheid. Ihr solltet das aber nicht prinzipiell grundvoraussetzen. Denn die Teilnehmer*innen aus anderen Religionen, Konfessionen und allgemein Kindern, die sich nicht allzu sehr für dieses Thema interessieren, fehlen so manche Informationen darüber.
Deshalb ist es umso wichtig, direkt am Anfang alle Fakten rund um die Fastenzeit zu bündeln und allgemein herauszufinden, welches Wissen die Kinder mitbringen und was sie daran interessiert.

Versammelt euch gemeinsam in einem Sitz- oder Stuhlkreis. In die Mitte eures Kreises legt ihr dann das Blatt Papier mit dem Schriftzug “Fastenzeit”. Leitet diese Aktivität ein, indem ihr die Kinder darum bittet, auf den kleinen Notizzetteln je ein Stichpunkt, den sie über die Fastenzeit wissen, mit einem schwarzen Filzstift aufzuschreiben. Gerne darf sich dabei auch ausgetauscht werden.
Nach ungefähr 5 Minuten werden dann alle Notizen zusammengetragen. Mithilfe von kurzen Baumwollschnüren erarbeitet ihr euch auf dem Boden mit den Notizen eine Mindmap und ergänzt auch gerne noch Dinge, die euch beim Legen und darüber Austauschen einfallen.
Wichtige Stichpunkte sind hierbei: Vorbereitung auf Ostern, Ostern bedeutet Jesus Christus Auferstehung, Passionszeit, ist der Umkehr und Buße gewidmet, dauert 40 Tage da Jesus ebenfalls 40 Tage in der Wüste fastete, Befreiung von Dingen und Zwängen für ein stärkeres Erleben des eigenen Glauben. 

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Durch eure Mindmap ist nun deutlich geworden, woher das Fasten kommt und wozu es dienen soll. Wenn dann alle Fragen geklärt sind, darf sich jede*r Teilnehmer*in überlegen, worauf er/ sie in der Fastenzeit verzichten würde.
Dazu haben die Kinder wieder kurz Zeit, sich zwei bis drei Dinge zu überlegen, auf die sie nur schwer verzichten könnten. Diese schreiben sie auf je einen Zettel auf, welche ihr mit Wäscheklammern an eine gespannte Wäscheleine hängt.
Schaut euch das Ergebnis an. Gibt es Ähnlichkeiten?
Lasst die Leine über den gesamten Zeitraum eurer Projektreihe hängen, um später noch einmal darauf zurückzukommen.

Singt abschließend noch ein Lied, um die heutige Gruppenstunde zu beenden. Besonders geeignet sind dazu Lieder wie “Erbarme dich, erbarme dich mein” und “Die Sonne der Gerechtigkeit”. Gerne dürft ihr den Gesang mit einem Instrument begleiten.

Materialien:
– DIN A4 Blatt mit dem Schriftzug “Fastenzeit”
– viele bunte Baumwollschnüre
– viele bunte Notizzettel
– schwarze Filzstifte
– Wäscheleine
– Wäscheklammern
– ggf. ein Instrument

Gruppenstunde 2: Auf den Beweggrund kommt es an! So fastet man richtig

Es kommt beim Fasten vor allem auf den eigenen Willen an, also aus welchen Beweggründen man Fasten möchte und auch, worauf für diese Zeit verzichtet werden soll. Dazu muss man sich Gedanken über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse machen und sich auch mit der Frage auseinandersetzen, was man wirklich zwingend benötigt.
Helft den Kindern durch spielerische Übungen herauszufinden, was es für sie bedeutet zu fasten.

Versammelt euch gemeinsam an einem großen Tisch. Die Kinder dürfen sich nun einen schlichten Baumwollrucksack nehmen und diesen ganz nach Belieben gestalten. Dabei sollen sich die Teilnehmer*innen allerdings vorstellen, dass sie diesen Beutel benötigen, um sich für ein 14-tägiges Abenteuer in einer einsamen Berghütte vorzubereiten. Im Hintergrund dürft ihr dazu natürlich gerne leise Musik abspielen lassen und euch beim Gestalten des Beutels austauschen. Hier bietet es sich auch gut an, den Kindern die Geschichte von Jesus in der Wüste zu erzählen, worauf der Brauch aufbaut, dass die Fastenzeit 40 Tage lang andauert (Markus 1,12-13). Denn Jesus begab sich für 40 Tage in die Wüste, um Erleuchtung und Führung zu erhalten. Hier wurde er von Satan in Versuchung geführt, gegen die er ankommen sollte. Während die Beutel dann trocknen, dürfen die Kinder nun auf verschiedenfarbiger Pappe sieben Dinge malen und ausschneiden, die sie mitnehmen würden und diese dann in ihren Beutel packen.

Versammelt euch nun in einem Sitzkreis. Jede*r stellt nun den Beutel und dessen Inhalt reihum vor. Sobald alle ihren Beutel vorgestellt haben, geht auf folgende Fragen genauer ein:
Was wird als wichtig empfunden und was nicht?
Gibt es ähnlich bestückte Beutel?
Welche Gegenstände sind in einer Berghütte für 14 Tage sinnvoll?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen schon in der Bibel gefastet haben. Besprecht dazu Bibelstellen und Beweggründe in einem Sitzkreis.

So wurde in der Apostelgeschichte 14:23 um Gottes Anleitung und Hilfe gesucht. In Lukas 4:1, 2 wurde gefastet, um sich auf den Auftrag Gottes zu konzentrieren. Aber auch um Reue zu zeigen und Sünden wieder gutzumachen, wurde in der Bibel gefastet, dazu findet ihr in Joel 2:12-15 ein Beispiel.
Auch falsche Beweggründe lassen sich in der Bibel wiederfinden. So wollte in Matthäus 6:16-18 jemand fasten, um andere zu beeindrucken. Auch die Selbstgerechtigkeit, z.B. in Lukas 18:9-14, ist kein ernsthafter Grund, um zu fasten und um auf etwas zu verzichten.
Besprecht nun: Aus welchem Grund würdet ihr fasten und auf etwas verzichten?

Materialien:
– pro Kind ein schlichter Baumwollrucksack (alternativ ein schlichter Jutebeutel)
– Textilstifte
– bunte Pappe
– Scheren
– Musik, z.B. durch ein Smartphone und eine Bluetooth-Box

Gruppenstunde 3: Der Weg ist das Ziel

Es geht beim Fasten nicht immer nur darum, vollkommen auf etwas zu verzichten. Den Konsum von digitalen Medien zu reduzieren, die Hälfte an Süßigkeiten zu essen oder weniger Geld für Beautyprodukte auszugeben, kann schon bedeuten, auf einen individuell wichtigen Teil zu verzichten.

Ein Ratespiel soll nun die letzte Gruppenstunde dieser Projektreihe zu Beginn auflockern. Dazu sucht ihr euch einige thematisch passende Aussagen zur Fastenzeit und gerne auch zum Thema “Ostern”, die nur mit “falsch” oder “richtig” beantwortet werden können. Ihr lest dann diese Aussagen vor. Glauben die Kinder, dass die Aussage richtig ist, müssen sie einen grünen Poste-It hochheben. Glauben sie, dass die Antwort falsch ist, strecken sie einen roten Poste-It in die Luft . Wenn ein Kind falsch liegt, bekommt es von euch einen Tupfer Creme ins Gesicht. Wer am Ende die wenigsten Tupfer im Gesicht hat, gewinnt das Spiel.

Beispiele:
– Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch. [richtig]
– Es gibt in allen Religionen Fastenzeiten. [richtig]
– Fasten bedeutet, dass man auf etwas verzichtet. [richtig]
– 30 Tage hält die Fastenzeit an. [falsch]
– An Ostern feiern wir die Geburt von Jesus. [falsch]
– Beim Fasten muss man immer auf bestimmte Lebensmittel verzichten. [falsch]

An dieser Stelle hängt ihr noch mal die Wäscheleine aus der ersten Stunde für alle gut sichtbar in den Raum, falls sie das noch nicht tut. Schaut euch an, was die Teilnehmer*innen am Anfang des Projektes hier aufgehängt haben. Würden sie die gleichen Dinge wieder aufhängen? Gibt es mittlerweile andere Dinge, die hier hängen würden? Und hat das ein oder andere Kind es geschafft, auf eines dieser Dinge in der 
bisherigen Fastenzeit zu verzichten?

Um den Kindern für die restliche Fastenzeit und die darauffolgende Oster- und Frühlingszeit Kraft mitzugeben, könnt ihr die Projektreihe mit einem Lied beenden, welches Mut macht. Gerne kann dieses Lied wieder von einem Instrument begleitet werden. Das Lied “Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer” vermittelt die Liebe Gottes zu seinen Kindern und eignet sich daher ideal, um das Projekt an dieser Stelle abzuschließen und den Teilnehmer*innen noch warme Worte mit auf den Weg zu geben.

Materialien:
– grüne und rote Poste-Its
– Creme (z.B. von Nivea)
– die Wäscheleine aus der ersten Gruppenstunde
– ggf. ein Instrument

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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