Jugendarbeit lebt von Beziehung, Engagement und Präsenz. Wer Gruppen leitet, Freizeiten organisiert oder Verantwortung übernimmt, ist oft mit ganzem Herzen dabei. Genau das macht diese Arbeit so wertvoll – und gleichzeitig auch fordernd.
Zwischen Vorbereitung, Durchführung, Verantwortung und dem Dasein für andere bleibt die eigene Erholung oft auf der Strecke. Verschnaufpausen sind deshalb kein Luxus. Sie sind notwendig, um langfristig gesund, motiviert und mit Freude dabei zu bleiben.
Warum Verschnaufpausen für Jugendleiter*innen so wichtig sind
Wer dauerhaft für andere da ist, braucht auch Momente, in denen niemand etwas erwartet. Ohne diese Pausen drohen Erschöpfung, Frust oder das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Verschnaufpausen helfen, die eigene Motivation zu schützen, die Freude an der Arbeit zu bewahren und langfristig präsent zu bleiben.
Die folgenden Ideen sind keine großen Selbstfürsorgeprogramme, sondern kleine, realistische Unterbrechungen, die sich in euren Alltag integrieren lassen – auch dann, wenn wenig Zeit bleibt.
Die bewusste Minute zwischen zwei Aufgaben
Bevor ihr zur nächsten Aufgabe übergeht, haltet kurz inne. Eine Minute, in der ihr nichts „erledigt“, sondern einfach durchatmet, die Schultern locker lasst und wahrnehmt, wie es euch gerade geht. Diese bewusste Pause hilft, nicht permanent im Reaktionsmodus zu bleiben.
Kurz rausgehen – auch ohne Ziel
Ein paar Schritte vor die Tür, frische Luft, ein Blick in den Himmel. Ohne Handy, ohne Gespräch, ohne Auftrag.
Schon wenige Minuten Abstand vom Geschehen können helfen, den Kopf zu klären und wieder präsenter zurückzukommen.
Gedanken aus dem Kopf holen
Manchmal kreisen Gedanken endlos weiter. Nehmt euch einen Zettel und schreibt alles auf, was euch gerade beschäftigt: To-dos, Sorgen, offene Fragen. Nicht, um Lösungen zu finden – sondern um Platz im Kopf zu schaffen.
Ein stiller Moment vor der Gruppe
Bevor ihr eine Gruppenstunde startet oder ein Gespräch beginnt, gönnt euch innerlich einen kurzen Stopp. Zwei tiefe Atemzüge, ein bewusstes Ankommen.
Diese kleine Pause verändert oft spürbar die eigene Haltung – und damit auch die Atmosphäre.
Der ehrliche Check-in mit euch selbst
Stellt euch zwischendurch bewusst eine einfache Frage: Wie geht es mir gerade – wirklich? Ohne Bewertung, ohne Konsequenz. Allein das Wahrnehmen kann entlasten und helfen, die eigenen Grenzen besser zu spüren.
Aufgaben bewusst abgeben
Nicht alles muss an euch hängen bleiben. Eine Verschnaufpause kann auch heißen, Verantwortung zu teilen oder Dinge loszulassen. Zu akzeptieren, dass „gut genug“ reicht, ist oft ein wichtiger Schritt zu mehr innerer Ruhe.
Kurze Auszeiten ohne Input
Keine Musik, kein Podcast, kein Scrollen. Einfach Stille. Gerade weil unser Alltag von Informationen überflutet ist, kann bewusstes Nicht-Konsumieren unglaublich erholsam sein.
Austausch auf Augenhöhe
Eine kurze Pause mit einer anderen Leitungsperson: ehrlich, ungefiltert, ohne Lösungen liefern zu müssen.
Gesehen und gehört zu werden ist oft erholender als jede Methode.
Rituale nach intensiven Einheiten
Nach einer anstrengenden Gruppenstunde, einem Konflikt oder einer Freizeit braucht auch ihr einen Abschluss.
Ein bewusster Übergang – ein Spaziergang, ein Tee, ein kurzer Gedanke wie „Für heute ist es genug“ – hilft, innerlich loszulassen.
Sich selbst ernst nehmen
Vielleicht die wichtigste Verschnaufpause: euch selbst zugestehen, dass eure Energie begrenzt ist.
Pausen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortungsbewusstsein – euch selbst gegenüber und den Menschen, die ihr begleitet.
Zum Schluss ein Gedanke:
Ihr müsst nicht immer verfügbar, stark oder kreativ sein. Manchmal reicht es, kurz stehen zu bleiben, durchzuatmen und sich selbst wieder mitzunehmen.

