Kleine Momente – Großes Glück: Glück erleben und gestalten in der Kinder- und Jugendarbeit

Beitrag speichern
gespeichert

Glück ist ein großes Wort – und doch begegnet es uns in der Kinder- und Jugendarbeit in den ganz kleinen Momenten. Wenn ein Kind nach dem Spielen sagt: „Das war schön!“, wenn Jugendliche sich gegenseitig unterstützen oder gemeinsam lachen, entsteht das, was echtes Glück ausmacht: Verbindung, Vertrauen und Freude.

In einer Zeit, in der Stress, Leistungsdruck und Unsicherheit auch bei jungen Menschen spürbar sind, lohnt es sich, das Thema Glück bewusst in die Gruppenarbeit einzubringen. Denn Glück ist kein Zufall, sondern eine Haltung. Es entsteht, wenn Kinder und Jugendliche spüren, dass sie dazugehören, etwas bewirken können und ihre Gefühle ernst genommen werden.

Mit den richtigen Methoden und Ideen kannst du als Jugendleiter*in genau solche Momente ermöglichen – spielerisch, kreativ und alltagstauglich. Dieses Dossier zeigt dir, wie das gelingt. Und wenn du noch mehr wissen willst, entdecke viele weitere Methoden und Ideen in meiner “Themenwelt Glück” hier im Blog.


Glück beginnt bei mir – Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung

Glück ist zuerst etwas sehr Persönliches. Bevor Kinder lernen, es miteinander zu teilen, müssen sie entdecken, was sie selbst glücklich macht. Achtsamkeitsübungen, kleine Rituale oder kreative Reflexionen helfen dabei, Glück als inneres Gefühl wahrzunehmen.

Ein schöner Einstieg ist ein Glückstagebuch, in dem Kinder oder Jugendliche regelmäßig drei Dinge notieren, die sie gefreut haben. Das kann etwas Kleines sein – ein Witz, ein gutes Spiel, ein schönes Wetter. Solche Übungen schärfen den Blick für das Positive. Auch du selbst als Jugendleiter*in kannst mitmachen: Schreib nach der Gruppenstunde auf, was gut gelaufen ist.

Ein weiteres Ritual ist eine Glücksminute: Am Ende der Stunde dürfen alle kurz still werden, die Augen schließen und an etwas denken, das sie glücklich gemacht hat. Diese kleinen Momente schaffen Ruhe und Bewusstsein – und sie wirken erstaunlich lange nach.

Achte dabei darauf, Glück nicht als „immer gut drauf sein“ zu definieren. Es geht vielmehr um Zufriedenheit, Verbundenheit und das Bewusstsein, dass auch kleine Dinge zählen. Wenn Kinder lernen, sich selbst zu spüren, werden sie stabiler, empathischer und offener für andere.


Glück in der Gemeinschaft – Zusammenhalt erleben

Glück wächst, wenn wir es teilen. In Gruppen entstehen diese Momente von ganz allein – beim Spielen, Basteln, Reden oder einfach beim gemeinsamen Lachen. Deine Aufgabe als Jugendleiter*in ist es, sie bewusst zu fördern.

Ein bewährtes Symbol dafür ist das „Glücksnetz“: Ihr steht im Kreis, ein Kind hält ein Wollknäuel, sagt etwas Positives über jemand anderen und wirft den Faden weiter. Nach und nach entsteht ein Netz aus Beziehungen – sichtbar und stark.

Auch kleine Aktionen können große Wirkung haben. Ein Komplimenttag bringt Wertschätzung in Bewegung: Jede*r schreibt jemand anderem etwas Nettes auf einen Zettel. Oder du richtest einen „Glücksposten“ ein – ein wechselnder Gruppenjob, bei dem jede Woche jemand für gute Stimmung sorgt, etwa mit einem Spiel, einem Witz oder einer Überraschung.

Kooperative Spiele sind ebenfalls perfekte Glücksmomente. Spiele, bei denen Zusammenarbeit wichtiger ist als der Sieg, fördern Teamgefühl und Vertrauen – ob beim Bau eines „Glücksturms“ aus Naturmaterialien oder bei einem Parcours, den die Gruppe nur gemeinsam schafft.

Wenn Kinder merken, dass sie einander wichtig sind, entsteht echtes Glück – ganz ohne große Worte.


Glück kreativ ausdrücken – gestalten, fühlen, erleben

Nicht jedes Kind kann in Worte fassen, was es glücklich macht – aber jedes kann es malen, basteln oder tanzen. Kreative Methoden helfen, Glück sichtbar und erlebbar zu machen.

Eine einfache und wirkungsvolle Idee ist das „Glück im Glas“. Jedes Kind bekommt ein Glas, in das es kleine Zettel mit Dingen legt, die Freude machen. Bei jeder Gruppenstunde darf jemand einen Zettel ziehen und vorlesen. So wächst über Wochen ein sichtbares Symbol für Dankbarkeit und Achtsamkeit.

Auch eine Glückscollage funktioniert wunderbar: Die Gruppe gestaltet gemeinsam ein großes Plakat mit Bildern, Wörtern oder Symbolen für Glück. Das Ergebnis kann den Gruppenraum schmücken und täglich an schöne Momente erinnern.

Musik und Bewegung sind ebenfalls kraftvolle Zugänge. Frag die Kinder: „Welche Lieder machen euch glücklich?“ – und erstelle daraus eine Playlist, die euch durch den Gruppenalltag begleitet. Oder lass sie mit ihrem Körper zeigen, wie sich Glück anfühlt – mit der Übung „Glücksstatue“.

Kreative Arbeit öffnet Herzen. Kinder erleben sich als selbstwirksam, weil sie etwas gestalten, das Bedeutung hat. Und genau darin liegt die Magie: Glück wird greifbar, bunt und ansteckend.


Glück weitergeben – teilen, danken, gestalten

Glück endet nicht bei uns selbst. Es wird größer, wenn wir es teilen. In der Gruppenarbeit kannst du viele Wege aufzeigen, wie Kinder und Jugendliche Glück weitergeben und dabei selbst wachsen.

Ein besonders schöner Ansatz ist die Mutmachkarten-Aktion. Die Gruppe gestaltet kleine Karten mit freundlichen Botschaften oder bunten Bildern und verschenkt sie – an Nachbarinnen, Pflegeheimbewohnerinnen oder einfach an Menschen, die sich freuen.

Auch Glückspost funktioniert wunderbar: Die Kinder schreiben Briefe an jemanden, der ihnen wichtig ist – Freundinnen, Eltern, Betreuerinnen. Die meisten staunen, wie gut es tut, Danke zu sagen.

Oder ihr setzt buchstäblich ein Zeichen: Bei der Aktion „Glück pflanzen“ pflanzt ihr Blumen oder Kräuter und verschenkt Ableger an andere Gruppen. So entsteht aus einem kleinen Moment eine bleibende Verbindung.

Glück teilen heißt, aktiv Verantwortung zu übernehmen. Kinder erleben, dass sie etwas Positives bewirken können – ein starkes Gefühl von Selbstwirksamkeit und Mitgefühl.


Glück reflektieren – ins Gespräch kommen

Zum Abschluss lohnt sich ein Moment der Reflexion. Frage die Kinder oder Jugendlichen:
„Wann war ich in den letzten Tagen glücklich?“ – und: „Was hat dazu beigetragen?“
Solche Gespräche fördern Bewusstsein und stärken die Fähigkeit, gute Erlebnisse zu benennen und zu teilen.

Glück lässt sich auch in Andachten oder kurzen Impulsen thematisieren. Eine kleine Kartenandacht mit Zitaten über Glück oder eine Geschichte vom Glück der kleinen Dinge kann eine Gruppenstunde wunderbar abrunden.

So wird Glück nicht nur erlebt, sondern auch verstanden – als etwas, das wir gestalten und weitergeben können.

Glück ist kein flüchtiger Zustand, sondern eine Haltung, die man üben kann. In der Kinder- und Jugendarbeit liegt eine große Chance: Wir schaffen Räume, in denen junge Menschen erfahren, was sie stärkt, verbindet und erfüllt. Wenn Kinder bei dir erleben, dass sie dazugehören, dass sie wichtig sind und dass Freude geteilt werden darf, dann entsteht genau das, was du als Jugendleiter*in dir wünschst: kleine Momente, die groß werden. Denn Glück muss man nicht suchen – man kann es gemeinsam gestalten. 💛

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

Jede Woche neue Ideen und Anregungen mit dem Jugendleiter-Newsletter!

Schon über 8.200 Jugendleiter*innen erhalten meinen Newsletter – hol auch du dir regelmäßig frische Ideen für Gruppenstunde, Ferienlager und Co. in dein Postfach.

Ähnliche Artikel entdecken

Kommentare & Anmerkungen

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein