Advent in der Jugendarbeit

FOMO und JOMO in der Gruppenstunde: Ein Blick auf die zwei Seiten des sozialen Lebens

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FOMO oder „Fear of Missing Out“ beschreibt die Angst, etwas Spannendes oder Wichtiges zu verpassen, besonders in Bezug auf Aktivitäten und Informationen in sozialen Medien. Die ständige Flut an Fotos, Videos und Statusupdates von Freunden auf Facebook, Instagram und Co. kann dazu führen, dass man das Gefühl hat, das eigene Leben sei im Vergleich langweilig oder uninteressant. Gleichzeitig hat man Sorge, etwas von dem scheinbar perfekten und spannenden Leben der anderen zu verpassen.

Dem gegenüber steht das Konzept des JOMO oder „Joy of Missing Out“. Es meint das gute Gefühl, bewusst auf digitale Ablenkungen und den ständigen Vergleich in sozialen Medien zu verzichten. Stattdessen konzentriert man sich auf die Aktivitäten und Interaktionen im Hier und Jetzt. JOMO basiert auf den Prinzipien von Achtsamkeit und einer ausgeglichenen Work-Life-Balance.

Im Folgenden werden fünf Methoden vorgestellt, um die Themen FOMO und JOMO in einer Gruppenstunde mit Kindern und Jugendlichen zu besprechen und sie für einen achtsamen und kompetenten Umgang mit sozialen Medien zu sensibilisieren.

  1. Diskussion und Reflexion: Die Teilnehmenden tauschen sich über ihre Erfahrungen mit FOMO und den Druck, ständig online und auf dem neusten Stand sein zu müssen, aus. Sie reflektieren, was sie motiviert, so viel Zeit in sozialen Netzwerken zu verbringen und was sie davon abhält, ihr Onlineverhalten zu verändern.
  2. Bewusstes Social Media Fasten: Die Gruppe wählt einen Zeitraum, z.B. 2 Stunden oder einen halben Tag, in dem alle auf die Nutzung ihrer Social Media Accounts verzichten. Anschließend teilt jeder seine Erfahrungen mit und benennt die positiven Effekte des „Digital Detox“. So werden die Teilnehmenden für die JOMO-Prinzipien sensibilisiert.
  3. Achtsamkeitsübung: Es wird eine kurze Atemachtsamkeitsübung oder andere Achtsamkeitsmeditation durchgeführt. Die Teilnehmenden konzentrieren sich auf ihren Atem und die körperlichen Empfindungen. So können sie sich vom ständigen Abgelenktsein in sozialen Medien lösen und die im Hier und Jetzt verankern.
  4. Diskussion zu Medienkompetenz: Die Gruppe tauscht sich darüber aus, wie man einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit sozialen Medien entwickeln kann. Themen können sein: Festlegen von Nutzungszeiten, Umgang mit FOMO, Fake News und Cybermobbing. Sie überlegen sich konkrete Strategien, um digitale Kompetenzen aufzubauen.
  5. Praxisprojekt „JOMO Challenge“: Die Teilnehmenden formulieren individuelle Ziele, um bewusster mit Social Media umzugehen und mehr JOMO zu erfahren. Zum Beispiel können sie beschließen, jeden Abend eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen kein Handy mehr zu nutzen, oder Social Media nur noch an drei Tagen pro Woche zu verwenden. Nach einer Woche kommen sie wieder zusammen und teilen ihre Erfahrungen mit.

Zusammenfassend lassen sich FOMO- und JOMO-Gefühle mit Achtsamkeit und Medienkompetenz in einem ausgewogenen Verhältnis steuern. Eine Gruppenstunde zu diesem Thema kann Kindern und Jugendlichen helfen, sich der Dynamik und Wirkung von sozialen Medien bewusst zu werden und einen selbstbestimmten Umgang damit zu entwickeln.

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Daniel
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Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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