Aktives Zuhören: Wie man Kindern und Jugendlichen zuhört und sie ernst nimmt

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Als Jugendleiter*in in der Jugendarbeit ist es von großer Bedeutung, eine offene Kommunikation mit den Jugendlichen zu pflegen und ihnen zuzuhören. Jugendliche sind in einer Phase des Lebens, in der sie sich ständig verändern und neue Erfahrungen sammeln. Daher ist es wichtig, dass sie in dieser Zeit unterstützt werden und das Gefühl haben, dass ihre Meinung zählt und gehört wird.

In diesem Ratgeber-Artikel möchten wir dir zeigen, wie du als aktiver Jugendleiter*in Jugendlichen zuhören und sie ernst nehmen kannst. Wir werden dir verschiedene Techniken und Strategien vorstellen, die dir dabei helfen werden, eine gute Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie gehört werden.

Warum ist aktives Zuhören wichtig?

Bevor wir uns mit den Techniken des aktiven Zuhörens beschäftigen, möchten wir zunächst erklären, warum es wichtig ist, den Jugendlichen aktiv zuzuhören.

Jugendliche haben oft das Gefühl, dass ihre Meinung nicht gehört wird oder dass sie nicht ernst genommen werden. Dies kann zu Frustration, Unsicherheit und einem geringen Selbstwertgefühl führen. Wenn Jugendliche das Gefühl haben, dass ihre Meinung zählt und gehört wird, steigt ihr Selbstwertgefühl und sie fühlen sich in der Gruppe akzeptiert.

Aktives Zuhören hilft auch dabei, eine offene Kommunikation zwischen dir und den Jugendlichen aufrechtzuerhalten. Wenn Jugendliche das Gefühl haben, dass sie dir alles sagen können, werden sie eher bereit sein, ihre Gedanken und Gefühle mit dir zu teilen. Dadurch kannst du sie besser verstehen und auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Die Grundlagen des aktiven Zuhörens

Aktives Zuhören ist eine Technik, die verwendet wird, um den Sprecher zu verstehen und ihm das Gefühl zu geben, dass er gehört wird. Hier sind einige grundlegende Techniken, die du verwenden kannst, um aktiv zuzuhören:

  • Augenkontakt halten: Wenn du den Jugendlichen zuhörst, halte Augenkontakt. Das zeigt ihm, dass du aufmerksam bist und dass du ihm zuhörst.
  • Körperhaltung: Deine Körperhaltung ist wichtig, wenn du aktiv zuhörst. Sitze aufrecht und drehe dich dem Sprecher zu. Das zeigt ihm, dass du ihm deine volle Aufmerksamkeit schenkst.
  • Fragen stellen: Stelle offene Fragen, um das Gespräch in Gang zu halten und den Jugendlichen dazu zu bringen, mehr zu sagen. Vermeide geschlossene Fragen, die mit “Ja” oder “Nein” beantwortet werden können.
  • Zusammenfassen: Fasse das Gesagte des Jugendlichen in deinen eigenen Worten zusammen. Das zeigt ihm, dass du verstanden hast, was er gesagt hat, und gibt ihm die Möglichkeit, zu korrigieren oder zu ergänzen.
  • Empathie zeigen: Zeige Verständnis und Empathie für die Gefühle des Jugendlichen. Das hilft ihm, sich verstanden und akzeptiert zu fühlen.

Vermeide Ablenkungen

Wenn du aktiv zuhörst, ist es wichtig, dass du Ablenkungen vermeidest. Schalte dein Handy weg, schalte den Fernseher oder andere Geräte aus und beende andere Tätigkeiten, die deine Aufmerksamkeit ablenken könnten. Der Jugendliche sollte das Gefühl haben, dass er deine ungeteilte Aufmerksamkeit hat und dass du ihm zuhörst.

Vermeide auch unterbrechende Kommentare oder Antworten während des Gesprächs. Lass den Jugendlichen ausreden und warte, bis er seine Gedanken ausgedrückt hat, bevor du antwortest. Das gibt ihm die Möglichkeit, alles zu sagen, was er möchte, und sich verstanden zu fühlen.

Die Kunst des Nachfragens

Eine der wichtigsten Techniken des aktiven Zuhörens ist das Nachfragen. Durch das Nachfragen kann der Jugendliche seine Gedanken und Gefühle besser ausdrücken und erklären. Hier sind einige Fragen, die du stellen kannst, um das Gespräch in Gang zu halten:

  • Kannst du mir das genauer erklären?
  • Wie fühlst du dich dabei?
  • Was genau meinst du damit?
  • Was denkst du darüber?
  • Kannst du mir ein Beispiel geben?

Diese Fragen helfen dem Jugendlichen, seine Gedanken zu ordnen und seine Gefühle auszudrücken. Sie zeigen auch, dass du interessiert bist und dass du verstehen möchtest, was er zu sagen hat.

Vermeide Vorurteile und Bewertungen

Wenn du aktiv zuhörst, solltest du versuchen, Vorurteile und Bewertungen zu vermeiden. Das bedeutet, dass du nicht über den Jugendlichen urteilen oder seine Meinung bewerten solltest. Sei offen und respektvoll und akzeptiere, was er sagt, auch wenn du anderer Meinung bist.

Versuche auch, keine voreingenommenen Fragen zu stellen. Eine voreingenommene Frage kann den Jugendlichen dazu bringen, eine bestimmte Antwort zu geben, die deinen eigenen Vorurteilen entspricht. Vermeide Fragen wie “Bist du nicht der Meinung, dass…?” oder “Du denkst doch sicherlich, dass…?”

Zeige Interesse und Aufmerksamkeit

Wenn du aktiv zuhörst, ist es wichtig, dass du Interesse und Aufmerksamkeit zeigst. Das bedeutet, dass du den Jugendlichen ermutigst, weiterzusprechen und ihm das Gefühl gibst, dass seine Meinung wichtig ist.

Vermeide Ablenkungen und sei präsent im Gespräch. Zeige durch Körpersprache, dass du zuhörst, indem du Augenkontakt hältst und durch Nicken oder andere Gesten dein Interesse zeigst.

Fokussiere dich auf das Kind bzw. den Jugendlichen

Wenn du aktiv zuhörst, solltest du dich auf den Jugendlichen fokussieren. Das bedeutet, dass du ihm die Möglichkeit gibst, über das zu sprechen, was ihm wichtig ist. Versuche nicht, das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken oder deine eigenen Gedanken und Erfahrungen zu teilen.

Sei geduldig und lass den Jugendlichen ausreden. Gib ihm die Möglichkeit, seine Gedanken und Gefühle auszudrücken, ohne ihn zu unterbrechen oder abzulenken.

Zusammenfassung und Feedback

Nachdem der Jugendliche seine Gedanken und Gefühle ausgedrückt hat, ist es wichtig, dass du das Gesagte zusammenfasst und Feedback gibst. Eine Zusammenfassung kann dem Jugendlichen helfen, zu verstehen, dass du ihn verstanden hast und dass du dich um ihn und seine Anliegen sorgst. Es zeigt auch, dass du zugehört und seine Gedanken und Gefühle ernst genommen hast.

Es ist auch wichtig, Feedback zu geben, um sicherzustellen, dass der Jugendliche das Gesagte versteht und um sicherzustellen, dass du richtig zugehört hast. Feedback kann auch helfen, das Gespräch zu vertiefen und weitere Einblicke in die Gedanken und Gefühle des Jugendlichen zu gewinnen.

Übung macht den Meister

Aktives Zuhören ist wie jede andere Fähigkeit eine Fertigkeit, die geübt werden muss. Es ist wichtig, dass du diese Fähigkeit regelmäßig anwendest, um sie zu verbessern. Suche nach Möglichkeiten, aktiv zuzuhören und übe diese Technik bei jeder Gelegenheit.

Du kannst auch andere Aktivitäten ausprobieren, die dein aktives Zuhören fördern können, wie zum Beispiel das Lesen von Büchern oder das Ansehen von Dokumentarfilmen über verschiedene Themen und Perspektiven.

Fazit

Aktives Zuhören ist eine Fähigkeit, die in der Jugendarbeit von großer Bedeutung ist. Es hilft dir, eine bessere Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie ernst zu nehmen. Indem du den Jugendlichen zuhörst, gibst du ihnen die Möglichkeit, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken und sich verstanden zu fühlen.

Um aktiv zuzuhören, musst du präsent sein, dem Jugendlichen deine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, Nachfragen stellen, Vorurteile und Bewertungen vermeiden, Interesse und Aufmerksamkeit zeigen, dich auf den Jugendlichen fokussieren, Zusammenfassungen geben und Feedback geben. Wenn du diese Techniken regelmäßig anwendest und übst, wirst du ein besserer Jugendleiter und ein besserer Zuhörer werden.

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Daniel
Daniel
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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Daniel
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