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Trend-Kolumne 1/2023: Was bewegt Kinder und Jugendliche? 

Kinder und Jugendliche in Deutschland haben durch die großen Krisen dieser Zeit viele Herausforderungen, denen sie oftmals weitgehend allein ausgesetzt sind. Das (teilweise) Vergessenwerden der Jugendlichen zeigt sich auch anhand von drei aktuellen Studien, welche über die drastischen Dimensionen von Nichtsichtbarkeit jugendlicher Lebensrealitäten im öffentlichen Diskurs Aufschluss geben. Wege und Möglichkeiten, um mit diesen Herausforderungen umzugehen, bleiben zu oft nur in der Theorie ausgefeilte Konzepte. In der Praxis erreichen sie die Jugendlichen schlichtweg nicht. Auch ihr könnt in der Jugendlichen durch das Kennen aktueller Herausforderungen und Problematiken von Teenager*innen Übungen in die Jugendarbeit integrieren, welche einen positiven Impact leisten können.

Ein sich immer weiter zuspitzendes Problem: Die Dimension von Cybermobbing 

Eine neue Studie der Barmer-Krankenkasse hat jüngst verdeutlicht, dass Cybermobbing unter Jugendlichen ein immer größeres Problem wird. Erschreckenderweise offenbarte die Erhebung, dass im abgelaufenen Kalenderjahr jeder zweite befragte Jugendliche einen anderen einen anderen Teenager*innen kannte, der oder die vom Cybermobbing betroffen war. Das Cybermobbing, das durch Diskriminierung, Schmähungen und abwertende Kommentare auf Social Media verstanden werden kann, ist direkt in den lokalen Handlungskontext auf unter Jugendlichen beliebten Plattformen wie Instagram oder Tik Tok eingebettet. Die häufigste Form des Cybermobbings sind Beleidigungen. Dass in den letzten Jahren das Problem Cybermobbing immer massivere Ausmaße annimmt, lässt sich auch an Zahlen festmachen. Der Anteil an Teenager*innen, die von Cybermobbing betroffen sind, stieg zwischen 2021 und 2022 um sieben Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil derer, die noch nie Opfer von Cybermobbing im Netz wurden. Besonders auffällig ist bei der Entwicklung von Cybermobbing im Besonderen, dass die Cybermobbingerfahrungen von Jugendlichen auf der Plattform Tik Tok stark zunahmen. Welche dramatischen Dimensionen das Cybermobbing annehmen kann, lässt sich auch an Suizidfällen von Jugendlichen festmachen, die noch immer – trotz Aufklärung und Beratungsangeboten stattfinden. Obwohl Hilfs- und Beratungsangebote ausgebaut werden, nehmen das Posten von peinlichen Videos, Stalking, Identitätsklau oder das Verbreiten von Gerüchten auf Social Media immer weiter zu. Dies ist besonders tückisch, wenn man bedenkt, dass die Pubertät auch ohne Internet eine wahnsinnig aufreibende, herausfordernde Zeit ist.

Ein altbekanntes Gesicht ist wieder da: Deutlich mehr Raucher*innen im Teenageralter als noch im Jahr zuvor 

Auch wenn der Anteil an Raucher*innen unter den Erwachsenen zwischen dem Jahr 2001 und dem Jahr 2018 um 20,9 Prozent zurückging und nur noch 6,6 Prozent aller Deutschen im Jahr 2018 in Deutschland rauchten, so wurde kürzlich eine alarmierende Studie veröffentlicht, die eine alarmierende Entwicklung bei Raucher*innen im Teenager*innenalter zeigt. Die DEBRA-Studie gab an, dass sich der Anteil von Raucher*innen unter den Jugendlichen zwischen dem Jahr 2021 und dem Jahr 2020 fast verdoppelt habe. Das macht in Zahlen im Jahr 2022 fast 200.000 mehr Jugendliche, die rauchen, als noch im Jahr 2021. Neben dem Nikotinkonsum stieg insbesondere auch der Konsum bei den vermeintlich harmloseren E-Zigaretten bei Teenager*innen an. Das macht de facto die höchste Quote an Tabakrauchenden unter den Jugendlichen seit dem Datenerhebungsbeginn im Jahr 2016. Als Ursachen werden multiple Krisensituationen genannt, die im Kontext von dem Angriffskrieg auf die Ukraine, die Coronapandemie oder auch die Energiekrise stehen.

Beziehungsunterricht als Unterrichtsfach in der Schule?

Viele Jugendliche wünschen sich in der aufreibenden Phase ihres Teenager*innendaseins insbesondere Halt und Vertrauenspersonen, die sie bei Fragen und Problemen um Rat fragen können. Auch aus der Jugendarbeit kennt ihr diese Situation. Doch vor allem medial gemachte Konstruktionen von Beziehungen und Freundschaft sorgen dafür, dass Jugendliche heutzutage zumeist stereotypte Beziehungserwartungen hegen. Benannt wurde dies von den Wissenschaftler*innen als “disneysierte Erwartungen”. Zu diesem Ergebnis kam jüngst eine kleine Studie aus Großbritannien von der Uni Exeter. Parallel zu falschen Beziehungsbildern, die Filme und Serien vermitteln, kommt jedoch in vielen Fällen auch hinzu, dass die Jugendlichen keinerlei gute Vorbilder in der eigenen Familie haben, was das Führen von glücklichen und nicht toxischen Beziehungen betrifft. 
Abgeleitet daraus ist der Vorschlag der Studiendurchführer*innen, Beziehungsunterricht als Ergänzung in den Schulalltag zu integrieren – beispielsweise als Ergänzung zum Sexualkundeunterricht. Nachvollziehbar erscheint dies vor allem dahingehend, dass die 14- bis 18-jährigen Teilnehmer*innen der Studie das Bestreben hegen, einen besseren Zugang zu Umgangs- und Kommunikationsformen in Beziehungen zu erhalten und Konfliktlösungsinstrumente kennenlernen wollen.

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Daniel
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Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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