Nachhaltiges Handeln in der Jugendarbeit

Gemeinsam nachhaltig Kochen und Essen

Die traurige Wahrheit ist, dass ein*e Deutsche*r im Jahr ca. 82 kg verdorbene Lebensmittel wegwirft. Das Traurige daran ist nicht nur der finanzielle Aspekt, auch was das in Sachen Nachhaltigkeit bedeutet, ist bedauernswert. Um diese Verschwendung zu vermeiden und um die Bedeutung von einzelnen Lebenskategorien genauer zu verstehen, werden die einzelnen Bestandteile, auf welche ihr beim Kauf und bei der Verarbeitung von Lebensmitteln achten könnt, hier genauer beschrieben.

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Saisonal, Regional und Bio: Was hat die Saison mit Nachhaltigkeit zu tun? Na ganz einfach, kauft ihr das, was gerade saisonal wächst und entsprechend angeboten wird, werden aufwendige Lagerprozesse eingespart, gekühlte Transportwege sind weniger notwendig und die Verschwendung von notwendigen Ressourcen wird eingespart. Das gilt auch bei regionalen Produkten, denn dabei werden sich lange Transportwege eingespart und lokale Unternehmen werden zusätzlich gefördert und gestärkt. Für euch bietet das auch den Vorteil, dass ihr wisst, wo die Lebensmittel herkommen und was in diesen drinsteckt.

Was die Bio-Lebensmittel angeht, könnt ihr hier sicher sein, dass diese Produkte umweltschonender hergestellt wurden und diese Produkte aus einem biologischen Anbau stammen, es also Kontrollen gibt, bei denen die Produkte und ihre Nachhaltigkeit genauer betrachtet werden. Außerdem bedeutet Bio bei Fleisch und Fisch, dass die Tiere artgerecht gehalten wurden und mit regionalen Futtermitteln gefüttert wurden.

Faire Lebensmittel: Auch das spielt in Sachen Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Denn wenn ihr fair einkauft, beugt ihr die Ausbeutung von Kindern und benachteiligten Menschengruppen vor. Diese werden durch das Programm nämlich fair bezahlt und arbeiten unter menschenwürdigen Bedingungen.

Bewusster Fleisch- und Fischkonsum: Es gibt zahlreiche Gründe, weniger Fleisch und Fisch zu sich zu nehmen, um damit ein nachhaltiges Leben insbesondere mit und für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen. Zum einen heißt weniger Fleisch auch weniger Ressourcen, also Futter, Wasserverbrauch und Anbaufläche. Zum anderen sinken dadurch aber auch die Abfallmengen und die Ausscheidung von CO². Bei Fisch bedeutet bewusster Konsum vor allem, regionale Produkte zu kaufen, um so die Überfischung der Meere zu reduzieren.

Das Einplanen und Einkalkulieren: Plant vorab die Preise ein und schaut, ob ihr alles aus nachhaltigem Anbau kaufen könnt oder zumindest den Großteil eures Lebensmitteleinkaufs für die Gruppe. Plant beispielsweise in einem Ferienlager einige vegetarische Tage ein, also dass Fleischgerichte eher als etwas Besonderes gelten, anstatt andersherum. Achtet zudem auf Angebote und kauft so für weniger Geld mehr vertretbare Produkte ein.

Müll vermeiden und entsprechend recyceln: Es gibt kleine Unternehmen, bei denen ihr mit eigenem Verpackungsmaterial (also Brotdosen, Einmachgläsern usw.) eure Lebensmittel einpacken und kaufen könnt. Da das aktuell jedoch noch eher selten in Deutschland vertreten ist, könnt ihr auch beim normalen Einkauf darauf achten, Lebensmittel mit möglichst wenig Verpackungsmaterial einzukaufen. Das geht besonders gut beim Obst und Gemüse.

Der Müll, der sich einfach nicht vermeiden lässt, sollte dann entsprechend recycelt werden, also in dem dafür vorhergesehenen Mülleimer einsortiert werden.

Lebensmittelreste richtig verwerten: Versucht möglichst vorausschauend zu kochen, sodass nur wenige Lebensmittel übrigbleiben. Oft lassen sich Reste jedoch nicht vermeiden, weshalb dabei die richtige Umgangsweise mit diesen entscheidend ist. Verteilt übrig gebliebene Reste unter den Kindern und Jugendlichen auf, nehmt sie selbst mit nach Hause oder gebt sie an Bedürftige weiter. Sollten noch nicht verwertete Lebensmittel übriggeblieben sein, empfiehlt es sich, ein “Restekochen” zu veranstalten, oder ihr sorgt für eine schonende und sinnvolle Lagerung der Lebensmittel, bis zum nächsten gemeinsamen Kochen und Essen, sodass die übrig gebliebenen Reste möglichst lange haltbar sind.

Selbstversuche: Um auf das Thema zunehmend aufmerksam zu machen, könnt ihr auch gemeinsam unter einem bestimmten Thema eine “Kochreihe” starten, beispielsweise 4 Wochen ohne Fleisch kochen oder 2 Wochen auf Plastik verzichten. Letzteres lässt sich übrigens nicht nur mit Lebensmitteln durchführen. Dazu könnt ihr eine tolle Versuchs- und Projektreihe in der Jugendarbeit starten, im Idealfall mit Unterstützung der Eltern.

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Autor*in

Daniel
Daniel
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.