Vorlesegeschichte für Ostern: Luisa gibt es zu

Es ist Sonntagmorgen. Luisa und ihre kleine Schwester Grete suchen an dem festlichen Tag frühmorgens im Garten ihr Osterkörbchen. Luisa kann sich schon denken, was darin sein wird. Schokolade, bunte Eier und vielleicht ein kleines Büchlein.
Grete sucht eifrig in allen Ecken, stellt sich dabei aber nicht besonders klug an. Luisa grinst. Ihre kleine Schwester ist ja auch erst zwei Jahre alt. Aber heute ist auch zufällig ihr Geburtstag, also ist sie eigentlich schon drei.
Luisa schaut unter die Blätter des Johannisbeerstrauches. Aber da ist ihr Körbchen nicht. Vielleicht hinter dem Sandkasten?
Sie hebt ein umgekipptes Spielzeug-Eimerchen hoch. Tatsächlich! Sie jubelt. Da steht klein und fein und mit köstlichen Süßigkeiten gefüllt ihr Osterkörbchen.
Schnell schnappt Luisa sich ihr Geschenk und rennt zu der Terrasse. Sie biegt um die Ecke und rutscht wegen ihrer sandigen Schuhe auf den Fliesen aus. In letzter Sekunde fällt sie gegen den Terrassentisch und kann ihre Hände darauf abstützen, aber ihr Körbchen fliegt dabei in hohem Bogen aus ihrer Hand und landet – in dem schönen Geburtstagskuchen von Grete!
„Oh nein!“ Luisa erschrickt. Was soll sie jetzt machen? Hastig sammelt sie ihre Süßigkeiten ein und hebt das Körbchen aus dem zerstörten Kuchen. Sie denkt: „Ich könnte es abwischen und meine Geschenke wieder hineinlegen. Dann wird niemand etwas sehen.“
Aber sofort kommt ihr ein anderer Gedanke. Erst heute Morgen hat sie mit Mama darüber gesprochen:
Am Osterfest hat Jesus ihre Schuld auf sich genommen, obwohl er selbst nichts Schlechtes gemacht hatte. Einfach so. Weil er sie liebhat. Und jetzt sollte Luisa ihre eigene Schuld verheimlichen? Das wäre nicht richtig.
Sie hat ein wenig Angst vor Mamas Reaktion und dass Grete böse ist wegen dem Kuchen.
Aber sie muss es irgendwie wieder gutmachen. Leise geht sie in die Küche. Dort steht Mama und kocht Tee und Kaffee zum Frühstück.
„Du… Mama.“ Ihre Mutter schaut auf.
In diesem Moment kommt Grete in die Küche gerannt.
„Ich hab’s gefunden!“ Sie hält freudestrahlend ihr Körbchen in die Höhe. Dann verzieht sich ihr Mund. „Aber Kuchen kaputt.“
Mama runzelt die Stirn. „Hast du den Kuchen kaputtgemacht, Grete?“
„Nein, Mama.“ Luisa schluckt. Jetzt nicht ängstlich werden. „Das war ich. Es tut mir leid.“
Sie reicht Grete schnell ihr eigenes Körbchen. „Das wollte ich nicht. Hier, du kannst auch meine Sachen haben.“
Sofort strahlt Grete wieder. Sie schaut von Mama zu Luisa. „Nicht schlimm. Teilen!“
Mama, die zuerst ganz verwirrt war, atmet nun auf.
„In Ordnung. Wir teilen alles auf.“ Sie wendet sich an Luisa. „Ich finde es super, dass du es gleich zugibst. Es war bestimmt nur ein Unfall. Sei nicht traurig!“
Nun lächelt auch Luisa wieder. „Es tut mir nur leid, dass ich deine ganze Arbeit mit dem Kuchen zerstört habe. Er ist ganz eingefallen.“
Mama zwinkert. „Das hättet ihr ja sowieso gleich mit euren Gabeln gemacht. Lasst uns fröhlich sein und gemeinsam dieses Osterfest feiern!“

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