„Among Us“ in der Gruppenstunde und im Ferienlager

Dieser Beitrag wird von der Initiative »SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.« unterstützt. Der Beitrag wurde dabei von mir eigenständig redaktionell entwickelt. 

Für eine Gruppenstunde sowohl online als auch physisch ist das Game „Among Us“ ein spannender und lustiger Zeitvertreib. Das Spiel lässt sich sowohl kostenlos auf dem Handy als auch für kleines Geld vom PC bzw. von einem Laptop aus spielen. Es lässt sich innerhalb weniger Minuten runterladen, installieren und erklären (Among Us auf Steam, im App Store und Google Play Store). Somit können auch Neueinsteiger*innen schnell in das Spiel integriert werden und einsteigen.

Das Spiel eignet sich besonders für Kinder ab 10 Jahren und sollte entsprechend angeleitet werden. Was das Spiel ausmacht und was es zu beachten gilt, erfahrt ihr hier im folgenden Beitrag.

Was ist „Among Us“?

„Among Us“ ist ein Spiel sowohl für das Smartphone als auch für den PC. Jede Spielrunde in dem beliebten Rätselspiel birgt Platz für vier bis zehn Spieler*innen. Diese werden in zwei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt, die Teammitglieder und die Impostor. Es gibt zwischen ein bis drei Impostor, je nach eurem Ermessen.

Die Teammitglieder müssen während des Spiels bestimmte Aufgaben in Form von einfachen Rätseln lösen, entweder alleine oder mit anderen Mitspieler*innen zusammen. Der Impostor hat hier die Aufgabe, die anderen Spieler*innen unbemerkt zu sabotieren und alle der Reihe nach auszuschalten. Sobald eine „Leiche“ von einem Teammitglied gefunden wird oder man sich in einem Raum mit entsprechendem Knopf zum Aktivieren befindet, kann ein „Emergency Meeting“ ausgerufen werden. Bisher durften die Spieler*innen nicht miteinander reden, diese Regel ist während eines solchen Meetings aufgehoben. Jetzt rätselt ihr zusammen, wer der oder die Täter*in sein könnte und besprecht euch, denn niemand weiß bis zum Ende der Spielrunde, wer der oder die Impostor sind. Ihr stimmt nach dem Emergency Meeting ab und der oder die Spieler*in mit den meisten Stimmen wird aus der Spielrunde geworfen. Bei einer falschen Wahl geht das Spiel weiter und es wird wieder nach dem Impostor gesucht.

Das Spiel endet, wenn die Mitspieler*innen entweder alle Aufgaben gelöst haben, der Impostor aufgedeckt wurde oder dieser alle eliminieren konnte, ohne aufzufallen.

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Wie kann das Game in eine Gruppenstunde integriert werden?

Solltet ihr mehr als 10 Mitspieler*innen haben, teilt eure Gruppe in gleichgroße Teams auf, die jeweils für sich spielen. Dafür ist pro Teilnehmer*in ein Smartphone und die App selbst, die ihr im Play Store oder Apple Store kostenlos downloaden könnt, notwendig. Ihr benötigt außerdem einen stabilen Internetzugang.

Stellt klar und deutlich die Regeln auf und wer sich nicht daran hält, muss für das restliche Spiel aussetzen. Dann kann es auch schon losgehen: Findet den Impostor und sorgt dafür, dass die kleinen Astronauten überleben.

Das gilt zu beachten: Chancen und Gefahren, Vor- und Nachteile

Das Spiel fördert die Kooperation mit anderen in einer sozialen Gruppe, einen guten Umgang miteinander und vor allem die Teamfähigkeit. Wer hier gegen den Impostor gewinnen möchte, muss mit den anderen Mitspieler*innen zusammenarbeiten. Auch die Kommunikation miteinander wird gestärkt, besonders in einer angespannteren Atmosphäre, wenn es darum geht, den Impostor  zu finden.

Bei mehreren Durchgängen wird jede*r mindestens einmal in die Rolle des Impostor schlüpfen und kann so die eigene Überzeugungskraft unter Beweis stellen. Freundschaft und auch Loyalität werden also für jede*n Mitspieler*in mindestens einmal infrage gestellt und es muss entschieden werden, wie man gegen die eigenen Freunde vorgeht, um an das Ziel zu gelangen und zu gewinnen.

Auch das Vorgehen in der politischen Praxis wird geübt: In angegebener Zeit muss darüber debattiert werden, wer vermutlich als Impostor fungiert und es muss dazu entsprechend abgestimmt werden.

Durch die comichafte Darstellung ist außerdem der Fund von „Leichen“ nicht wirklich brutal dargestellt. Dennoch birgt das Spiel auch manche Gefahren.

Auch wenn der Fund der „Leichen“ nicht detailliert bzw. realitätsnah dargestellt wird, so ist doch die Animation eines Todes für manche Kinder unangemessen. Denn im Prinzip wird der Kopf der Spielfigur abgetrennt oder durchbohrt. Wichtig ist hierbei in jedem Fall darauf zu achten, dass die Teilnehmer*innen also mindestens 10 Jahre alt sind.

Es gibt bei „Among Us“ viele zusätzliche Inhalte wie einen neuen Avatar, Farben und Accessoires. Diese kosten jedoch Geld und bieten außer dem Aussehen keine zusätzlichen Vorteile.

Eine Spielrunde geht nicht lang und so besteht hier die Gefahr, dass neue Partien immer mal wieder zwischendurch gespielt werden, frei nach dem Motto „Ein Spiel kann man noch spielen, es dauert ja nicht lang.“ Dadurch wird es schwieriger, den Konsum passend zu regulieren und Streitigkeit zwischen den Kindern und Eltern sind vorprogrammiert.

Innerhalb der Jugendgruppe stellt die Kommunikation kein Problem dar. Spielt eure Gruppe „Among Us“ allerdings privat, treffen sie im Internet auf fremde Menschen. Diese können deutlich älter sein und in dem Chat kann es durchaus zu Beleidigungen kommen. Außerdem werden oft andere Plattformen (wie Discord, WhatsApp und TeamSpeak) zur Kommunikation während des Spiels verwendet. Dadurch sprechen die Kinder dann gegebenenfalls mit fremden Menschen.

Alles in allem lässt sich aber zusammenfassen, dass „Among Us“ für Kinder ab 10 Jahren in eurer Gruppe oder nach einer passenden Aufklärung keine Gefahr darstellt. Vertrauen und eigene Erfahrungen sind außerdem wichtig, damit die Kinder lernen, mit dem weiter fortschreitenden Medienkonsum verantwortungsbewusst umzugehen.

Offline-Varianten des Spiels

Ähnlich wie „Among Us“ sind auch die beiden Spiele „Werwolf“ und „Mord in Palermo„.

Bei „Werwolf“ ist es das Ziel der Dorfbewohner*innen, den Werwolf auszurotten und damit wieder eine sichere Umgebung zu schaffen. Der Werwolf hingegen versucht, alle Bewohner*innen des Dorfes zu eliminieren. Durch verschiedene Rollen in diesem Spiel ist es etwas komplexer als „Among Us“. Niemand weiß, wer hier der Werwolf ist und dieser kann bei Nacht die Dorfbewohner*innen fressen oder anderweitig eliminieren. Er wird von einem / einer Hellseher*in bestimmt und versucht dann Nacht für Nacht die Spieler*innen aus dem Weg zu schaffen. Nach jeder Nacht gibt es eine Diskussionsrunde, wer der Wolf sein könnte. Dieses Spiel kann auch mit mehr als 10 Personen gespielt werden. Bei einer größeren Teilnehmeranzahl empfiehlt es sich, mehrere Werwölfe zu bestimmen.

„Mord in Palermo“ funktioniert ganz ähnlich. Allerdings ist das Szenario hier ein Fischerdorf und statt einem oder mehreren Werwölfen gibt es hier zwei Mörder*innen, die bei Nacht umherstreifen und das Fischerdorf so in Schrecken versetzen und nach und nach die Bewohner*innen eliminieren. Hier gibt es andere Rollen als bei dem ähnlichen Spiel Werwolf.

Der Vorteil bei den oben genannten Offline-Varianten: Es lassen sich mehr Spieler*innen in einer größeren Runde integrieren und ihr seid nicht auf Smartphones und Internet angewiesen. Allerdings werden die Kinder und Jugendlichen durch den Gebrauch von „Among Us“ schon unter Aufsicht zu dem Thema „moderne Medien“ sensibilisiert und ihr könnt den Kindern beibringen, mit hitzigen Situationen auch im Internet richtig umzugehen.

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Daniel
Danielhttps://www.jugendleiter-blog.de
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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