Hach ja, wer kennt es nicht: Wenn es im Sommerlager, auf der Hausfreizeit oder bei der Übernachtungsaktion darum geht, dass die Kinder ins Bett gehen, beginnen die Diskussionen. „Bitte noch ein paar Minuten“ ist euch sicher ein bekannter Satz. Doch wie geht man mit der Nachruhe um? Braucht es sie überhaupt? Hier der Versuch, einige Antworten zu geben.

person-802090_1280Generell solltet ihr klar machen, dass nicht nur die Kinder den Schlaf brauchen, sondern auch die Leiter. Als Jugendleiter habt ihr die Verantwortung und müsst fit sein, um eure Kids zu beaufsichtigen und ihnen das Angebot, das ihnen versprochen wurde, auch zu bieten. Dass jeder einen anderen Schlafbedarf hat, ist auch ein wichtiger Punkt. Nur, weil einer nicht müde ist, heißt das nicht, dass andere auch noch fit sind. Und als Gruppe sollte ja jeder mitgenommen und auf jeden geachtet werden.

Je jünger, umso mehr Schlaf wird benötigt

Je jünger eure Teilnehmer sind, umso mehr Schlaf brauchen sie. Zwischen 9 und 11 Stunden solltet ihr auf jeden Fall an Schlaf einplanen. Dabei müsst ihr aber auch Puffer einrechnen: Große Gruppen brauchen länger, bis alle Zähne geputzt haben und im Bett oder im Schlafsack liegen. Und auch dann ist noch nicht Ruhe.

Gleiches gilt, wenn es morgens früh hell wird oder noch andere Gruppen sich mit euch eine Unterkunft teilen. Auch dann kann es zu Störungen kommen. Und auch der Komfort der Unterkunft und die Länge eurer Aktion (eine eintägige Aktion ist nicht so anstrengend wie eine mehrtätige) sind ausschlaggebend. Je länger und je umkomfortabler (zum Beispiel im Zelt), umso mehr Schlaf brauchen eure Teilnehmer.

Planung ist wichtig

Legt für die ganze Zeit eine gleichbleibende Nachtruhe fest. Damit können sich alle Teilnehmer daran gewöhnen und es gibt nicht jeden Tag die gleichen Diskussionen. Hoffentlich zumindest. Kleine Ausnahmen, zum Beispiel am letzten Abend oder beim Abschlussfest, sollten natürlich dennoch möglich sein.

Wenn ihr euch die Unterkunft mit anderen teilt, dann ist es sinnvoll, dass ihr euch mit anderen absprecht. Zum einen, um nicht alle gleichzeitig das Bad zu stürmen, und zum anderen, um möglichst gleichzeitig dennoch für Ruhe zu sorgen.

Ärger und Strafen vermeiden

Um Ärger zu vermeiden, empfiehlt es sich, eine Schonfrist für die ersten 15-30 Minuten festzulegen. Wenn dann noch nicht alle ruhig sind, Werden sie zwar auf die Nachtruhe hingewiesen, Aber es wird noch nicht mit Strafen bedroht.

Und wenn es doch Probleme gibt?

Besprecht im Team vorher genau, wie ihr mit Verstößen gegen die Nachtruhe umgeht. Ihr solltet nicht spontan in der Situation erst überlegen müssen, was nun passiert. Das sorgt sonst dafür, das wieder unterschiedlich entscheidet. Das bekommen die Kinder mit, und das sorgt nur für noch mehr Ärger.

Ich bin kein Fan davon, nachts Kinder aus dem Zelt zu ziehen und mit ihnen noch sportliche Aktivitäten oder Ähnliches durchzuführen. Vielmehr wurde ich am nächsten Morgen kleinere Strafen, wie zum Beispiel Klo putzen oder abwaschen ansetzen. Wenn es häufiger Ärger gibt mit der Nachtruhe, dann würde ich überlegen, ob ihr die Zelte und Sommer nicht anders einteilt und die Störenfriede so auseinander bringt.

Was sind deine Erfahrungen mit der Nachtruhe? Wie setzt ihr diese durch?

Daniel Seiler ist der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog. Seit mehr als 10 Jahren ist er in der Jugendarbeit aktiv, hat viele Jahre einen Verband geleitet und bloggt nun aus seinen Erfahrungen aus über 100 Freizeittagen und mehr als 200 Gruppenstunden. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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