Spielidee

Alle Gruppenleiter eines Ferienlagers (oder mehrere Freiwillige für eine Gruppenstunde – mit Ausnahme der zur Aufsichtspflicht nötigen Leiter!) haben bereits ein paar Tage zuvor in der nahe gelegenen Stadt eine «zweite Existenz» aufgebaut: Der eine hat abgemacht, dass er beim ALDI Ware einsortieren darf, eine andere betet (als Großmutter verkleidet) in der hintersten Kirchenbank den Rosenkranz… und so weiter. Die Kinder werden, sobald alle Leiter in der Stadt Position bezogen haben, in Gruppen „losgelassen“ und müssen nun die Leiter erkennen und mit dem entscheidenden Satz: „Hallo Du alte Schachtel!“ ansprechen. Erst dann gibt sich der gefundene Leiter zu erkennen und bestätigt auf einem Gruppen-Zettel seine Entlarvung mit Unterschrift und Uhrzeit.

Auswertung

Gewinner ist die Gruppe, die alle (oder die meisten) Leiter in kürzester Zeit gefunden hat. Beginnt das Spiel für die Kinder bspw. um 15.00 Uhr und wird der erste Leiter um 15.20 Uhr gefunden, werden den Kindern 20 Minuspunkte aufgeschrieben – für jede Minute einen Minuspunkt. Hat nur eine Gruppe alle Leiter gefunden, so sind sie Gewinner. Bei gleicher „Leiterzahl“ gewinnt die Gruppe mit den wenigsten
Minuspunkten.

Vorschläge für weitere «Zweite Existenzen»

  • Eine(r) preist als Zeuge Jehova den „Wachturm“ (Zeitschrift der Zeugen
    Jehovas) neben dem Haupteingang der Post an.
  • Eine(r) steht (oder besser: sitzt) als lebendige Schaufensterpuppe im Kaufhaus-Schaufenster
  • Eine(r) fegt unermüdlich ein und dieselbe Haustreppe (evtl. mit Kopftuch) – vorher die Hausbesitzer fragen!
  • Ein Pärchen schläft in Eintracht nebeneinander auf einer Picknick-Decke im Stadtpark – das Gesicht friedlich mit einer Zeitung vor der Sonne geschützt
  •  Ein Obdachloser hat es sich in schmuddeligen Klamotten auf der Parkbank gemütlich gemacht
  • in Angler sitzt am Teich (oder Bach…) und wartet auf den entscheidenden Moment
  • Ein Sportler joggt schon seit Stunden die gleiche Strecke entlang

Zusätzliche Regeln / Hinweise

Das Gebiet, in dem sich die Leiter aufhalten, muss deutlich und einprägsam abgegrenzt sein. Die Kinder wissen, das sich die Leiter nur dort aufhalten, wo jedermann freien Zutritt hat – also nicht in Privatwohnungen oder auf Privatgrundstücken, wohl aber in Geschäften, Parks oder öffentlichen Gebäuden (Kirche, Post oder Rathaus). Die Kinder sollten, wenn sie jemanden ansprechen, sicher sein, dass sie den richtigen „erwischen“ – und bei einem Fehltritt höflich um Entschuldigung bitten. Außerdem ist es sinnvoll, den entdeckten Leiter erst dann anzusprechen, wenn keine konkurrierenden Gruppen in der Nähe sind.

Variation I: Die Blockade durchbrechen

Sind nicht so viele Leiter zu beteiligen, kann das Prinzip auch umgekehrt werden: Die Kinder halten sich in der Stadt auf – z.B. ausschließlich in einem Bereich der Fußgängerzone – und der oder die Leiter muss es schaffen, unerkannt durch die Fußgängerzone zu kommen. (Ich sage bewusst nicht gehen – denn vielleicht lässt er sich ja im Kinderwagen schieben – wer weiß?). Eventuell transportieren die Leiter dabei Schmuggelgut – siehe Variation II.

Variation II: Schmuggeln

Sind die Kinder älter, so können sie das Spiel selbst vorbereiten und sich in zwei Gruppen aufteilen: Die erste Gruppe, die Schmuggler, haben die Aufgabe, sich eine zweite Existenz zu wählen, mit der sie dann unerkannt möglichst viel Schmuggelgut von der einen Seite auf die andere Seite der Fußgängerzone schmuggeln. Dabei darf bei jedem Gang nur eine Schmuggeleinheit transportiert werden – jeder Gang
bringt also neue Ware, aber irgendwann fällt man auch auf. Die zweite Gruppe sind die Zöllner und haben einen begrenzten Bewegungsraum (z.B. nur einen Teil der Fußgängerzone), dürfen aber den Schmuggler verhaften (Anschlagen reicht aus) und das Schmuggelgut konfiszieren. Die Revanche mit vertauschten Rollen kann sinnvollerweise erst am nächsten Tag stattfinden (oder Vormittag Hinspiel – Nachmittag
Revanche), immerhin braucht so ein Schmuggler ja auch Zeit für die Vorbereitung.

 

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