Fotos: Christoph Schiffer / FOTORAUM Bremen

Spiele aus „Die perfekte Minute“ stellen wir im Blog in dieser Kategorie vor. Was man mit diesen Spielen machen kann, beschreibt Dennis in diesem Gast-Beitrag.

Vor kurzem trafen sich Jungs aus Cliquen, die von VAJA im Rahmen von Streetwork betreut werden, zu einem besonderen Event: 14 unterschiedlichste Stationen mussten in jeweils einer Minute absolviert werden. Neben sportlichen Herausforderungen, Geschicklichkeitsprüfungen und Wissenstests mussten auch Disziplinen erledigt werden, in denen viele Jungs bisher eher wenig Erfahrungen hatten, z.B. Bügeln, Betten machen und Pfannkuchen wenden.

Ihr Treffpunkt ist normalerweise die Straße. Auf Spielplätzen, in Parkanlagen oder an Bushaltestellen verbringen die Cliquen ihre Freizeit. Irgendwann haben sie dort die Streetworker von VAJA kennen gelernt. Man kam ins Gespräch und verabredete sich wieder. So ist daraus ein Kontakt entstanden, der über Jahre hinweg andauern kann. Unterstützung der Einzelnen in schwierigen Lebenslagen gehört dabei ebenso ins Repertoire wie attraktive und sinnvolle Freizeitgestaltung.

Einmal im Jahr organisiert VAJA den so genannten Jungenaktionstag. An diesem Tag stehen die männlichen Cliquenmitglieder im Mittelpunkt. Aus diversen Cliquen und Stadtteilen Bremens kamen diesmal insgesamt 18 Jungs zu der Aktion. Unter dem Motto Die perfekte Minute fand ein Wettbewerb statt, der neben Torwandschießen, Kopfrechnen und Tischtennis auch Disziplinen beinhaltete, die im Haushalt gefragt sind. Viele der Jungs halten Fenster putzen nicht für ihre Aufgabe und würden in der Gegenwart von Mädchen ein Bügeleisen nicht mal anfassen. Unter sich und im Wettbewerb mit anderen Gleichaltrigen legten sie dann aber eine erstaunliche Ernsthaftigkeit an den Tag. Mit Aktionen wie dieser wollen die VAJA-Streetworker das traditionelle Rollenverständnis hinterfragen. Schließlich sind unter den Jungen viele der Ansicht, dass in einer Beziehung die Haushaltsführung Aufgabe der Frau ist.

Ein weiteres Ziel ist die positive Begegnung von Jugendlichen unterschiedlicher ethnischer Herkunft und jugendkultureller Zugehörigkeit. Am Ende des Tages hatten alle Spaß, sind respektvoll miteinander umgegangen und haben sich überhaupt mal kennen gelernt. So lassen sich quasi nebenbei Vorurteile abbauen. Diese Herangehensweise hat sich über viele Jahre und bei diversen cliquenübergreifenden Aktionen und Projekten bewährt.

Als Unterstützer von VAJA war sogar ein professioneller Bremer Fotograf beim Jungenaktionstag dabei: „Wir haben uns VAJA für unser soziales Engagement ausgesucht, weil wir von der Arbeit des Vereins sehr überzeugt sind“ sagt Christoph Schiffer vom Fotostudio FOTORAUM. Der Fotograf hat den Tag mit der Kamera begleitet und VAJA das entstandene Material zur Verfügung gestellt. Herausgekommen ist dabei u.a. ein Kurzfilm, den man sich auf der Homepage des Vereins anschauen kann.

Mehr zur Arbeit des Vereins und eine Bildershow gibt es hier.

Dennis Rosenbaum, Jg. 1973, Dipl. Verwaltungswirt und Dipl. Sozialpäd./-arb., seit 12 Jahren als Streetworker bei VAJA e.V., aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Akzeptierende Jugendarbeit mit rechten Cliquen, Rechtsextremismus im Internet, Beratung von Eltern und Angehörigen rechtsextremer Jugendlicher, Öffentlichkeitsarbeit, die VAJA-Homepage, konzeptionelle Weiterentwicklung aufsuchender Jugendarbeit, Jugendschutzsachverständiger der FSK, Jugendstrafrecht, draufhaber.tv

1 KOMMENTAR

  1. Haha Pfannkuchen wenden kann ja noch Spass machen, aber Bügeln ist für einen „jungen Mann“ echt fremdes Terrain. ICh tue mich damit ja heute noch schwer^^ Aber super Methode den Horizont und die Sichtweise zu erweitern! Finde es ist eine herrvorragende Methode durch sportlichen Wettkampf eine Gruppendynamik zu schaffen und den Kindern etwas positives mitzugeben!
    Chapeau!

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