Halloween-Spiele und Ideen

Der Gnom mit der Sense

Seit Stunden waren wir alle in unsere Fantasy-Rollen geschlüpft und völlig in sie vertieft: Die Kinder fühlten sich nach wilden Verkleidungs- und Schminkaktionen als Wegelagerer, Pestkranke und Adelige, wir Leiter hatten die Bewegungen, Eigenarten und Sprachen von Hexen, Orks, Magiern und Gnomen verinnerlicht. Jeder von uns schwebte bei dem Name der Roseganztägigen Fantasyspiel „Name der Rose“ in dieser Parallelwelt, die zum Knüllertag in die Lagergeschichte einging. Mir selbst wurde die Rolle des Gnoms auferlegt, der buckelig am Boden kauernd versuchte, den Kindern ihre Lebensbändchen zu stibitzen, während diese um Zutaten für einen Zaubertrank buhlten. Die Sense, die ich bei mir trug, war natürlich nur Show und wurde nicht eingesetzt, selbst nicht als Drohgebärde. Das sahen zwei Kinder einige Stunden zuvor wohl etwas anders und missbrauchten die Sense, um die Kinder aus der Nachbarschaft unseres Lagers damit ein wenig zu erschrecken. Dies wiederum konnten die Eltern der vermeintlich bedrohten Kinder nicht besonders gutheißen und wollten gern den Verantwortlichen bei uns zur Rede stellen. Blöd halt, dass sie zuerst auf mich stießen, der gerade gebückt, geschminkt und mit verrunzelter Stimme zu den Wegelagerern sprach und um Lebensbändchen rang. Okay, mit der Sense in der Hand war ich wohl auch irgendwie offensichtliche Ansprechperson für diesen Fall. Wie auch immer, ich empfand den Zeitpunkt der Intervention als nicht so optimal und habe – natürlich extrem vertieft Rolle spielender Weise – diesem Vater erklärt, dass ich jetzt gerade nicht mit ihm darüber reden kann (hätte ja die ganze Atmosphäre versaut). Dass ich mit ihm gebückt in Gnomsprache redete, machte die Sache jedoch nicht besser und letztendlich ist er wutentbrannt verschwunden.

Ich habe dann noch eine weitere Gruppe durch meinen Posten geführt und den Vater noch einmal aufgesucht. Später haben wir auch die beiden Übeltäter unter unseren Kiddis gefunden – es gab eine kleine Belehrung über den Umgang mit Waffen sowie eine Entschuldigung bei den Fremdkindern, und dann war alles wieder in Ordnung. Aber um den Spielfluss zu unterbrechen, war mir die Situation als Gnom irgendwie zwar wichtig, aber doch nicht dringend genug.

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Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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