Eigentlich sollte es nur eine Zweieinhalb-Stunden-Aktion werden: Im Rahmen unserer unregelmäßig angebotenen AG´s hatte ich einen Buden-Bau-AG geplant. Naja, was will man schon erwarten in so kurzer Zeit? Ich hatte mit einer Art Tipi gerechnet. Aber was sich dann ergeben hat, hat echt alle überrascht: Wo anfangs nur ca. acht Kinder am Nachmittag dran werkelten, entstand nachher eine Vollzeit-Beschäftigung für 25 Kinder – nach jeder Malzeit und in jeder freien Stunde. Das Ergebnis: Ein Zwei-Zimmer-Appartment mit Balkon, Mini-Bar, Sitzbank, Kronleuchter und Fenster-Vorbau! Die Wände bestanden aus geflochtenem und verwobenem Packsband und vom Förster freigegebenen Zweigen.

Die Bude wurde nachher zum Dreh- und Angelpunkt im Lager: Die abendlichen Gruselgeschichten wurden ausschließlich in „Mamma Lala“ (westfälisch frei: „Mach mal Musik“) abgehalten und auch der noch so gemütliche Aufenthaltsraum verlor nach und nach an Bedeutung. Am besten war jedoch, dass selbst die Außenseiter ganz selbstverständlich mit von der Partie waren, eigentlich Dauer-Kranke (Bauchschmerzen, Kopfschmerzen etc.) plötzlich gesund waren und selbst die „Mit-Hammer-auf-Daumen-Hauer“ lediglich nach zehnminütiger Kühlung verlangten und danach sofort weiterhämmerten. Die Idee mit dem Kronleuchter (ein Teelicht auf einem an vier Fäden hängenden Holzbrett) fand ich erst nicht so dolle, schließlich war die Bude ja mitten im Wald. Aber nach Vorführung der Sicherheitsmaßnahmen haben wir als Leiterteam sogar das erlaubt: Ein Eimer Wasser stand stets unter dem Leuchter, die Fäden wurden regelmäßig gewässert und in der Mini-Bar lag eine Riesenwasserpistole, die ausschließlich zum möglichen Löschen gedacht war – wer sie anderweitig missbrauchte, bekam gleich von den Hausherren einen Einlauf.

Im Nachhinein war das eine der besten AG´s, die ich je abgehalten habe. Ich habe damals festgestellt, dass viele Kinder gar nicht kannten, was man in der Natur alles so machen kann. Das war zugleich der Startschuss für weitere Natur- und Selberbau-AG´s in den nächsten Jahren.

Zur Beschreibung des Budenbaus zum Nachmachen…

8 KOMMENTARE

  1. Hm, witzige Sache. Könnten wir auch mal andenken… Aber wo ist denn der Ausdruck Bude her? Bei uns heißt sowas Baumhaus! Eine Bude ist doch eine Wohnung, oder?

  2. Naja – Baumhaus ist ja oben auf dem Baum. Bude ist bei uns eher so etwas wie ein Sammelbegriff für ein Baumhaus, eine Hütte oder auch nur ein aus Stühlen und Decken zusammengestellte Mini-Behausung.
    Ich komme übrigens aus Westfalen, da gibt es immer wieder mal Ausdrücke, die sonst nicht so geläufig sind…
    Danke für die Nachfrage!
    Jens

  3. Hi,

    was habt ihr denn für Material mitgenommen, damit das funktioniert hat? Brauchtet ihr da nicht jede Menge (Bretter, Hammer, Säge, Nägel, …)?

    Könnte mir sowas nämlich auch sehr gut für unsere nächste Freizeit im Sommer vorstellen, da haben wir den Wald direkt hinterm Haus. Frage mich halt eben nur, was wir alles mitnehmen müssen und was das für einen Aufwand bedeuten würde. Vielleicht könntest du diesbezüglich noch deine Erfahrungen schildern. So wie es klingt, hat sich da ja viele spontan entwickelt, also ohne ausgeklügelte Materialplanung!?

    Übrigens gibt es den Ausdruck „Bude“ für ein Holz-/Baumhaus bei uns (Siegerland / Südwestfalen) auch.

  4. Als Material hatten wir jede Menge Nägel und Hammer, ein paar Hundert Meter Packsband, das die Kinder zu einem Netzt geflochten haben, wodurch die Zweige gezogen wurden. Und dann halt alles, was so im Wald wächst. War eigentlich nicht wirklich viel Material…

  5. Exakt, ziemlich wenig Material. Das meiste kam aus dem Wald. Unser Förster hat uns dann die „Marzipanbüsche“ freigegeben (Beim Knicken riechen die nach Marzipan), da davon sowieso zu viele Büsche wuchsen. Daraus konnten wir dann zeimlich dichte Wände bauen. Und da kam das Packsband ins Spiel: Einer von den Kindern hatte eine Technik drauf, wie aus einem langen Band ein Netz geflochten werden konnte. Somit konnten wir aus ca. 500 Metern Band alle Wände „flechten“ und später die Zweige durchziehen. Zwischendurch hat immer wieder ein Baumstamm als Zwischen-Pfeiler gedient, damit es nicht ganz so labberig wurde… Die genaue Technik kann ich leider nicht mehr nachvollziehen, aber vielleicht gibts ja irgendwo im Internet dazu eine Anleitung?! War quasi wie ein Fußballnetz…

  6. HALLO
    Vieln Dank ! ! !
    für diese schöne IDEE
    ich fahre auch mit 20 KIndern zur Sommerreise und freue mich jetzt schon auf die Zeit so eine Hütte zu bauen (oder dabei sein zu können 🙂 – finde ich wirklich super von dir das du auch anderen die Möglichkeit bietest und dir die Mühe gemacht hast, das solche Leute wie ich -Die früher auch gerne Buden gebaut hat ! das erfahren können. Und ganz egal wie nun genau „unsere“ Hütte wird. HAUPTSACHE – es wird eine!
    Ich glaube das die Kinder von hier, sonst so eine Möglichkeit nicht so einfach haben können (Stadt).
    UND Hauptsache ! Es macht SPASS 🙂 und wird vielleicht IHR (Kinder) Ort.

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