Spieltrieb ist angeboren. Schon Babys erforschen ihre Umwelt, machen Erfahrungen und haben Spaß dabei. Doch auch für ältere Kinder, Jugendliche und sogar Erwachsene sollte Spiel noch Freude machen – Lernfaktor inklusive. Das gilt nicht nur für die Sachen, die seit Generationen als akzeptable Freizeitaktivitäten für den Nachwuchs gelten. Auch Gaming und Glücksspiele auf dem Telefon, Tablet oder PC tragen zur Entwicklung und Vorbereitung aufs Erwachsenenleben bei.

Wer sich nur auf sein Bauchgefühl verlässt, wird zum Beispiel bei Strategiespielen oder Spielen wie Poker rasch herausfinden, wie schnell aus dem Höhenflug eine Bruchlandung wird. Ohne Logik geht es hier nicht, und nur wer Risiken und Chancen abwägen kann, hat auf Dauer Erfolg.

pexels-photo-735911Geduld und Disziplin sind Tugenden, die im Spiel geübt werden. Den richtigen Moment kann man nicht herbeizaubern, sondern muss ihn abwarten, erkennen und nutzen, im Spiel wie im Leben. Impulskontrolle ist eine harte Lektion, aber eine wichtige. Der Umgang mit anderen Menschen gehört ebenso dazu. Natürlich ist es wichtig, auch echte Kontakte zu haben, und auf dem Bolzplatz mit Freunden dem Ball hinterherzurennen ist auf jeden Fall ein Gewinn. Das heißt aber nicht, dass das FIFA-Spiel auf dem Telefon nicht ebenso entspannend und lehrreich sein kann.

Das gilt sogar, wenn andere Menschen im Raum sind. Wer mit einem Auge spielt und mit mindestens einem halben Ohr das Geschehen rundherum mitverfolgt, der übt sich im Multi-Tasking, und das diversen Studien zufolge sogar erfolgreich. Unterhaltungsspiele sind interaktiv und fordern den Gamer dazu heraus, sich einzubringen, mitzugestalten, kreativ zu werden.

Auch gemeinsame Spiele zwischen Kindern und Erwachsenen sind positiv, egal, ob das Monopoly, Mensch ärgere dich nicht, Poker, Kniffel oder ein anderes Spiel ist. Abgesehen davon, dass geteilte Aktivitäten das Miteinander fördern, geben sie Kindern das Gefühl von Gleichrangigkeit, weil für alle die selben Regeln gelten. Wer die jüngeren Spieler aus Rücksicht auf verletzte Gefühle ständig gewinnen lässt, tut ihnen allerdings keinen Gefallen. Zwar sollten die Älteren aufgrund ihrer größeren Erfahrung so spielen, dass jeder eine Chance hat, aber Niederlagen gehören im Leben dazu. Auch Kinder profitieren viel mehr, wenn sie zwischendurch als Verlierer dastehen und aus Fehlentscheidungen lernen können. Umso größer ist die Freude, wenn bei der Revanche das Gelernte nutzbringend angewandt wird.

Das gilt genauso für Spiele online. Man muss seinen Kontrahenten oder Teamgefährten nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzen, um sie einschätzen zu lernen. Jeder Spieler verrät durch seine Züge und Taktik allerlei über den eigenen Charakter und das Temperament. Ein gewitzter Spieler erkennt daran die Schwächen des Gegners und mit Glück auch seine eigenen und kann sich das Wissen zu Nutze machen. Das gilt genauso für einen Dauerbluffer mit schlechten Karten wie für den Kumpel, der prinzipiell das Netz nicht trifft, weil er zu früh schießt. 

Daniel
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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