Sei dabei – genauso, wie du bist! Das ist eine der wesentlichen Botschaften von JAM!. JAM! steht für Junge Aktion Mensch und ist eine Webseite und Webshow für Jugendliche (jam.aktion-mensch.de). Inklusion nicht als schwere Aufgabe begreifen, sondern als natürlichen Zustand und Selbstverständlichkeit – das will JAM! vermitteln und vor allem zum Mitreden und Mitmachen motivieren. Ein Jugendbeirat beteiligt sich direkt an der Konzeption und Umsetzung der Jungen Aktion Mensch. Die beiden JAM!-Moderatoren Kübra Sekin (24) und Christian Loß (24) präsentieren die monatliche Webshow und erzählen im Interview über ihre Arbeit bei JAM!, über Engagement und sie geben Tipps, wie ihr das doch zum Teil sperrige Thema Inklusion in die Gruppenstunde einbauen könnt.

Was ist JAM!?

Christian
Themen wie Inklusion und soziales Engagement klingen oft nach „Erwachsenenkram“. Mit JAM! wollen wir junge Leute inspirieren sich mit dem Thema Behinderung und Gesellschaft auseinanderzusetzen und Wege zu entdecken, wie man gemeinsam mehr erreichen kann. Wir wollen, dass Jugendliche offener und toleranter werden im Umgang mit anderen, und dass sie sehen, dass man das Leben in vollen Zügen genießen kann – ganz egal ob mit oder ohne Behinderung. JAM! ist dabei einerseits eine monatlich erscheinende Webshow zu einem bestimmten Thema mit verschiedenen Gästen, aber auch unsere Webseite mit viel Zusatzmaterial und Infos zum Thema.

Kübra
Unsere Webshow erscheint immer am ersten Mittwoch des Monats. Und jedes Mal gibt es ein neues Thema – Anders sein, Sprache, Mut oder Schönheit hatten wir beispielweise schon. In der neuesten Ausgabe geht es um Vorbilder. Die Sendungen werden mit viel Humor aber auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit gestaltet. JAM! ist für mich vor allem ganz viel Spaß, aber auch eine Herausforderung. Im positiven Sinne! Es liegt mir sehr am Herzen, dass unsere Message ankommt.

Was hat sich persönlich verändert, seitdem ihr für JAM! arbeitet?

Christian
Vor JAM! hatte ich mit dem Thema Inklusion nur sehr wenig zu tun. Seit ich Kübra kenne und mich mit dem Thema viel auseinandersetze, bin ich viel entspannter geworden im Umgang mit Menschen mit Behinderung. Ich habe gelernt, dass Reden immer hilft, selbst wenn man sich selbst nicht so ganz sicher ist, wie man mit dem Gegenüber umgehen soll.

Kübra
Bevor ich für JAM! gearbeitet habe, war Inklusion für mich persönlich ein ganz schwerlastiges Thema, das ich oft versucht habe zu meiden. Durch die Arbeit für JAM! habe ich einen ganz anderen Blickwinkel dafür entwickelt. So habe ich mir Inklusion in der Umsetzung und Veranschaulichung immer gewünscht.

Warum ist Engagement eurer Meinung nach so wichtig?

Christian
Gutes tun macht glücklich! Das ist einfach so und das haben wir beide selbst viele Male erfahren. Wie fett wäre es denn, wenn Ehrenamt wieder „In“ würde? Wir brauchen engagierte Leute in Deutschland, die helfen diese Gesellschaft mitzugestalten und besser zu machen. Wir wollen dazu motivieren und Wege zeigen, wie das ganz einfach möglich ist.

Kübra
Engagement bedeutet für mich Unterstützung zu leisten und Interesse zu zeigen. Es gibt viele Themen in unserer Gesellschaft, die wir noch viel mehr thematisieren müssen. Das kann nur erfolgreich passieren, wenn sich so viele Menschen wie möglich dafür einsetzen, egal in welcher Art und Weise. Wir haben leider das Problem, dass wir uns viel zu oft nicht von Themen betroffen fühlen, obwohl es uns alle etwas angeht, wie unsere Gesellschaft auszusehen hat. Engagement ist wichtig, um Zeichen zu setzen und um zusammenhalten zu können.

Habt ihr praktische Anleitungstipps, wie Jugendleiter JAM! und die Inhalte von JAM! in ihren Gruppenstunden nutzen können?

Christian
Die Inhalte der Webshows bieten so oder so eine super Grundlage für Diskussionen. Vielleicht sind die Jugendlichen bei irgendwas ja auch völlig anderer Meinung als wir? Man könnte auch anregen das jeder Einzelne überlegt, wie er selbst über den Umgang mit Menschen mit Behinderung denkt oder vielleicht mal jemanden einladen, der davon erzählt wie es so ist im Rollstuhl zu sitzen, wenn man selbst niemanden kennt. Unsere JAM-Themen geben hier sicher ganz gute Denkanstöße!

Kübra
Wir haben auch eine Webshow zum Thema Engagement und auf unserer Webseite gibt es dazu jede Menge zusätzliches Material – Porträts oder einen Engagement-Wegweiser zum Beispiel. Klickt doch auch da einfach mal gemeinsam rein. Außerdem haben wir ein JAM!-Quiz zum Thema Inklusion auf der Webseite. Das kann man sicher so oder abgewandelt für die Gruppenstunde nutzen. Hier ein paar Ideen dazu von uns:

Was will ich noch wissen? – Eigene Fragen erstellen

  1. Schaut euch gemeinsam das JAM-Quiz an.
  2. Lasst eure Jugendlichen anschließend in Kleingruppen eigene Fragen recherchieren! Dabei können Themen vorgegeben werden (z.B. Gleichberechtigung, Vielfalt, Freiheit) oder im Vorfeld gemeinsam gebrainstormt werden. Für die Recherche lassen sich Suchmaschinen im Internet, aber auch Tageszeitungen/ politische Wochenmagazine nutzen.
  3. Wenn Fragen und entsprechende Antwortmöglichkeiten entwickelt wurden, können im Plenum zwei Gruppen in einem Quiz gegeneinander antreten.

Was man noch dazu sagen kann…. – Infotafeln erarbeiten lassen

  1. Die Jugendlichen beschäftigen sich in Kleingruppen jeweils mit einer Frage (aus dem JAM!-Quiz oder einer selbst recherchierten) und informieren sich über die Hintergründe (geschichtliche Zusammenhänge, Gesetzeslage, Meinungen, Pro- und Contra-Argumente etc.) und erstellen dann eine Infotafel dazu.
  2. Diese Tafel kann z.B. als Collage aus Papier erstellt werden oder digital als z.B. Powerpoint-Präsentation.
  3. Die Infotafeln können ausgestellt oder präsentiert werden.

Was meinst du denn dazu? – Fragespiel auf der Straße

  1. Die Jugendlichen können die Quizfragen nutzen, um eine Wissens-Umfrage in der Schule/ auf der Straße/ in der Familie durchzuführen. Die Ergebnisse werden dann im Plenum zusammengetragen und eine Statistik erstellt: Welche Frage wurde wie oft und wie beantwortet?
  2. Interessant kann es sein, im Vorfeld die erwarteten Ergebnisse von den Jugendlichen abschätzen zu lassen und dann mit den realen Ergebnissen zu vergleichen.

Linkhinweise:

jam.aktion-mensch.de
facebook.com/jam.jungeaktionmensch
youtube.com/user/jamjungeaktionmensch
instagram.com/jam_backstage

Daniel Seiler ist der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog. Seit mehr als 10 Jahren ist er in der Jugendarbeit aktiv, hat viele Jahre einen Verband geleitet und bloggt nun aus seinen Erfahrungen aus über 100 Freizeittagen und mehr als 200 Gruppenstunden. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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