Berlin ist eine schnoddrige Metropole, eine Insel umgeben von pomadiger Provinz. Gewagt! Doch wie kann man ohne Wimpernzucken New York, London, Barcelona und eben Berlin in einem Atemzug nennen? Die Stadt ist und bleibt ein Magnet für junge Leute aus Tel Aviv, Paris oder Tokyo gleichermaßen und gilt nicht zu Unrecht als „toleranteste Stadt Deutschlands“: Weltoffener Schmelztigel mit alternativer Seele und Heimat künstlerischer Avantgarde. Vielleicht nicht die schönste Stadt, aber mit Sicherheit eine der lebendigsten…

Auch ohne den vollgepackten Veranstaltungskalender warten in Berlin eine Reihe von Möglichkeiten die Stadt zu entdecken und in den Fußspuren ihrer Geschichte zu wandeln. Dabei ist die Hauptstadt nicht nur „Freiluftmuseum“, sondern auch inspirierender und umgänglicher Gastgeber für junge Leute. Ein kreativer Puls, den man auch in der Gruppe wunderbar fühlen kann:

Längst kein Geheimtipp mehr für eine günstige Tour durch die Stadt ist der Doppelstockbus der Linie 100. Wer fernab der touristischen Trampelpfade unterwegs sein möchte, kann das auch bequem per S- bzw. U-Bahn oder aber per pedes die Straßen erkunden. Eine interessante Möglichkeit im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte(n) zu „erfahren“ sind darüber hinaus die geführten Radtouren „Berliner Mauerstreifzüge“ des Europaabgeordnete Michael Cramer.

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Das Stadtbild ist geprägt von Fragmenten der (jüngeren) Zukunft der einst geteilten Stadt. Die Mauerreste ziehen sich heute wie eine zementierte Leinwand durch die Stadt und in der „Museumswohnung WBS 70“ kann man eintauchen in ein Stück „östlicher“ Wohnlichkeit. Die noch mit original DDR-Möbeln eingerichtete Plattenbauwohnung ist ein durchaus kurioses Zeitdokument, dessen Erkundung sogar kostenlos ist.

Die obligatorische Currywurst darf natürlich auch nicht fehlen und egal wo man gerade unterwegs ist in der Stadt, sollte es nie wirklich weit sein zur nächsten Imbissbude. Bei Kaiserwetter bzw. dem berlinerischen Pendant „Königswetter“ laden die Vielzahl der Parks zu einer gemütlichen Grillrunde ein. Ganz gleich ob im Monbijoupark oder dem Stadtpark Lichtenberg, viele der grünen Oasen laden auf ihren Grillplätzen zum genüsslichen Verweilen ein.

Doch auch bei grauem Himmel und regenschweren Wolken bleiben unzählige Möglichkeiten, den Tag mit Aktivitäten auszufüllen. Ein zweistündiger Rundgang durch die Wachsfigurenwelt im Madame Tussauds Berlin beispielsweise, welcher durch einen Online-Rabatt sogar noch günstiger gestaltet werden kann. Wobei es hier nicht nur internationale Prominenz zum Anfassen gibt, sonder gerade auch nationale Persönlichkeiten einen Dialog mit der Geschichte anregen. Eine Alternative ist das Anne Frank Zentrum am Hackeschen Markt. Über (audio)visuelle Eindrücke soll auch hier der Dialog angeregt werden über dieses Kapitel deutscher Geschichte. Zu  regelmäßige Kulturveranstaltungen gesellen sich zusätzlich verschiedene pädagogische Angebote und Stadtrundgänge zu Spuren jüdischen Lebens in Berlin.

Selbst das Übernachten in der Hauptstadt kann zu einem Erlebnis werden. Inzwischen legendär ist „The Circus Hostel“, welches durch eine Vielzahl von Angeboten ein Stück „Berliner Bewusstsein“ an seine jungen Besucher weitergeben möchte. Oder aber das „Baxpax“ in Berlin Mitte. Unter dem Name „The Backpacker“ als Berlins erstes Hostel bereits 1996 eröffnet und gilt nach aufwendiger Renovierung als Deutschlands erstes Art-Hostel. Eine kultige Alternative für die Sommermonate war bis 2011 auch die Tentstation Berlin. Noch immer auf der Suche nach einem neuen Fleckchen, wird wohl erst 2014 wieder urbanes Camping im Herzen der Stadt möglich sein. Einzig auf das Lagerfeuer muss man wohl verzichten, wenn man bei der abendlichen Zusammenkunft in gemütlicher Runde über die Facetten und Fassaden der Stadt sinniert…

Ob eine Wochenende ausreicht um Berlins Ruf als „toleranteste Stadt Deutschlands“ zu bestätigen sei dahingestellt und auch in Schönheit ertrinken wird die Stadt wohl eher nicht. Doch die Lebendigkeit und der Charakter der Stadt sind beispielhaft und laden ein – auch zum wiederkommen…

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