Hallo Christian,

nachdem du uns bereits neulich die Vorteile eurer Ferienfahrtenbörse bei ferienfahrt.info geschildert hast, hast du uns dabei auf das Thema „Sinn und Unsinn von Betreuersuchen für Ferienfahrten im Internet“ gestoßen. Welche Position vertrittst du dabei?

Ich halte Betreuersuchen im Internet für ein Wagnis, eine Chance und gleichzeitig für die Lösung vieler Vereine. Ein Wagnis vor allem für den Verein: Man muss sich öffnen, muss offen gegenüber neuen Ideen sein, fremde Mitarbeiter in die eigenen Reihen aufnehmen, sich überlegen, wie man diese anfänglich in das Team einfügt, …

Aber genau das kann, wenn es die Lagerleitung sinnvoll umsetzt, gelingen und den Verein durch das Integrieren von neuen Sichtweisen in völlig neue Richtungen „schubsen“.  Neue Spiele, neue pädagogische Ansetze und Konzepte, neue Sichtweisen – offen aufgenommen, auf jeden Fall ein Gewinn. Allerdings müssen auch die anderen Betreuer diese Offenheit mitbringen und zugleich muss der neue Betreuer sich ebenso für die „festen“ Strukturen und Vorgehenswiesen öffnen.

Doch auch für die Betreuer kann der Blick über den „Tellerrand“ des eigenen Vereins einen unglaublichen Gewinn darstellen: Neue Sichtweisen, neue Ideen, neue Herangehensweisen!

Das sind jetzt alles Argumente von dir, die bereits schon nach dem Finden des Betreuers ansetzen. Eigentlich sollte es doch um die Betreuersuche gehen …

Das stimmt, aber es spielt beides zusammen. Wenn ich als Verein vor der Herausforderung stehe, dass ich 10 Betreuer oder Teamer benötige, aber wegen Auslandssemester, Urlaub oder beruflichen Veränderungen anstatt auf 12 langjährige Betreuer nur noch auf 8 zurückgreifen kann, dann muss ich  andere Wege gehen. Meist wird per Aushang oder direkter Ansprache versucht weiteres Personal zu werben, häufig wird auch eine Online-Lösung zum Werben gesucht. Genau so entstand unserer Bereich „Betreuerplätze für Betreuer, Teamer und Leiter von Ferienfahrten“. Dabei müssen jedoch die Betreuerplätze für jede Ferienfahrt einzeln eingestellt werden. Denn nur mit den direkten Angaben des Zeitraums funktioniert die Möglichkeit, dass Interessenten über unsere Betreuersuche die vom Zeitraum her passenden Ferienfahrten finden.

Wenn ich als Verein aber diese Möglichkeit des Online-Inserats nutze, dann muss ich mir auch vorher schon überlegen:

  • Was erwarte ich als Voraussetzung von dem Betreuer? Welche Erfahrungen und Ausbildungen sollten bereits mitgebracht werden? Welche Inhalte vermittle ich erneut?
  • Wie wähle ich aus, falls ich zu viele Bewerbungen für Teamer bekomme?
  • Wie möchte ich diese in das bereits bestehende Betreuungsteam integrieren?
  • Wie gehe ich mit anderen Ansichten in pädagogischen oder organisatorischen Fragestellungen um?

Die Tipps hören sich jetzt aber an, als ob du da mehr erzählen könntest …

Auch wenn man nichts direkt mit dem Anbieter zu tun hat, so landen doch immer wieder E-Mails bei uns, bei denen wir dann unsere Richtlinien anpassen, unsere Tipps verändern oder auch zwischen den Parteien versuchen zu vermitteln. Bei Betreuersuchen kam es schon zu interessanten E-Mails wie: „Es war sehr komisch. Ich kam dorthin, wurde vorgestellt. Der Rest der Gruppe hat schon die letzten Jahre zusammenbetreuet. Mir wurde kein Name verraten. Das Motto und auch die Planung der Programmpunkte standen schon. […]  Jede Nachfrage von mir dazu wurde als Kritik verstanden. […] Am Sonntag einigten wir uns einfach darauf, dass ich nicht in das Team passe.“

Solche Situationen wollen wir helfen zu vermeiden. Denn dadurch gewinnt der Verein auch keinen Betreuer, sondern hatte nur zusätzliche Arbeit, die sein eigentliches Problem nicht gelöst hat. Daher ist es uns wichtig, dass der Verein den möglichen Interessenten seine Wünsche, Anforderungen und Bedingungen möglichst klar vorstellt, aber sich ebenso auch überlegt, wie der weitere Betreuer in möglicherweise bestehende Teams integriert werden kann.

Zugleich wollen wir aber auch dem Betreuer diese Ablehnung ersparen, die garantiert nicht spurlos an einem vorübergeht.

Dein Fazit lautet somit?

Die Betreuersuche für Ferienfahrten online kann ein Gewinn für den Verein sein, dem kaum ein echter Mehraufwand gegenübersteht. „Sinn“ macht es, wenn man sich auch über die Auswahl und die Einbettung eines fremden Betreuers bzw. Teamers in bestehende Gruppen Gedanken gemacht hat. „Sinn“ hat es dann auch für den fremden Betreuer, der viele neue Eindrücke und Erfahrungen mitnehmen kann.

Vielen Dank für diese kleine Diskussion! In den folgenden Wochen werden wir uns noch einmal mit Christian von ferienfahrt.info  über den „umfangreichsten Unterkünftekatalog“ unterhalten.

Daniel Seiler ist der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog. Seit mehr als 10 Jahren ist er in der Jugendarbeit aktiv, hat viele Jahre einen Verband geleitet und bloggt nun aus seinen Erfahrungen aus über 100 Freizeittagen und mehr als 200 Gruppenstunden. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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