Die Jugendleiterbildungsstudie 2011 beschäftigte sich nicht mit den vielseits belegten positiven Auswirkungen von Jugendarbeit auf Jugendliche, sondern einmal mit den Jugendleitern selbst.

Wie sieht die Verteilung von erreichten sowie angestrebten schulischen oder beruflichen Abschlüssen aus? Unterscheiden sich diese bei Jugendleitern signifikant vom Bundesdurchschnitt? Und wenn ja, gehören dann Jugendleiter vorwiegend einfach nur zu einem bestimmten Bildungs-Millieu oder kann eine mögliche Abweichung nicht so einfach begründet werden?

Ist es denkbar, dass die ehrenamtliche Jugendleitertätigkeit sich auf den Bildungsweg und beruflichen Erfolg auswirkt?

Dies sind die Fragen mit welchen sich diese Forschungsarbeit statistisch beschäftigt. 3377 aktive und ehemalige, ehrenamtliche Jugendleiter haben an dieser Studie teilgenommen, davon 1612 weibliche und 1765 männliche Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von knapp über 26 Jahren, wobei 52% aller Fragebögen von unter 25jährigen eingesendet wurden.

Die Ergebnisse sind besonders in Ihrer Deutlichkeit extrem überraschend. 85,9% haben, oder streben (Schüler) eine Hochschulreife an, was signifikant überdem Bundesdurchschnitt von deutlich unter 40% liegt. So haben auch über 55% aller erhobenen Jugendleiter einen Hochschulabschluss (zum Vergleich: Bundesdurchschnitt liegt deutlich unter 25%) und sage und schreibe über 62% der Teilnehmer aus den Berufsgruppen haben eine Führungsposition inne (50,36% bei Berufsgruppe ohne Hochschulabschluss, 71,86% bei Berufsgruppe mit Hochschulabschluss – weibliche Teilnehmer in beiden Untergruppen höher als die männlichen Teilnehmer), was ebenfalls den Bundesschnitt von unter 25% signifikant um nicht zu sagen überragend übertrifft.

Die Vermutung, ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagierte Studenten würden im Schnitt länger für ihr Studium benötigen als andere Studenten, konnte hingegen nicht bestätigt werden. Das resultierende Fazit ist, dass Menschen, die ehrenamtlich in der Jugendarbeit aktiv sind oder waren, höhere Bildungsabschlüsse haben und öfter Führungspositionen ausfüllen, als der jeweilige Durchschnitt
in der Bundesrepublik Deutschland.

Konkrete Kausalität bleibt zwar offen, jedoch wurden gute Ansatzpunkte und Tendenzen durch diese Studie geliefert. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass entsprechend dieser Studie die Ursache für diese Gegebenheiten im Millieu (Elternhaus) nicht allein begründet sein können. Es wurde aber sehr deutlich, dass aktive und ehemalige ehrenamtliche Jugendgruppenleiter zum Anteil der höher Gebildeten und beruflich Erfolgreicheren in Deutschland beitragen.

„Aufgrund dieser Erkentnisse, müsste sich im Grunde jedes Unternehmen die Finger danach lecken, (ehemalige) Jugendleiter für die eigene Belegschaft zu gewinnen.“ (Persönliche Anmerkung des Autors)

Die vollständige Studie ist als Buch herausgegeben worden, zu beziehen über den Verlag (http://msverlag.com) oder über den regulären Buchhandel: Jugendleiterbildungsstudie 2011, ISBN: 978-3-943247-00-8, Preis (D): 19,80 EUR

Wer sich also für die kompletten, wissenschaftlichen Gedankengänge und Hintergründe interessiert, wird in diesem Werk viele weitere interessante Details kennen lernen.

Der Autor ist selbst seit 2001 ehrenamtlicher Jugendleiter in der Pfadfinderei, bildet Jugendleiter aus und engagiert sich als Jugendringvorstand (2007-2011 Vorstand im Stadtjugendring Kempten, seit April 2011 Vorstand im Kreisjugendring Ostallgäu).

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