„3 Wochen in Spanien…“- hört sich nach Sonne, Strand, Spaß und Erholung an. „… als Betreuerin für 20 Jugendliche“- hört sich gleich weniger entspannt an.Diesen Sommer war ich, eine 25jährige Studentin, zum ersten Mal für einen deutschen Reiseveranstalter im Bereich der Kinder- und Jugendreisen als Betreuerin unterwegs.

Als „Teamerin“, so die Bezeichnung, war ich im sonnigen Spanien für eine Gruppe Jugendlicher verantwortlich. Dabei gehörte neben feiern, ausgehen, animieren, quatschen und Spaß haben auch verarzten, trösten, organisieren, planen und koordinieren zu den täglichen Aufgaben. Dass zwanzig pubertierende Siebzehnjährige einen ganz schön beanspruchen können, wurde relativ schnell klar und der vermeintliche „Ferien“-Job entwickelte sich schnell zu einer rund-um-die-Uhr-Geschichte.

Zeit für einen selbst, sei es um zu duschen, zu essen, oder zu schlafen , wurde zur Mangelware und dementsprechend stressig waren die ersten Tage, bis sich der Körper an das veränderte Klima und die anstrengenden Tagesabläufe gewöhnt hatte. Neben der morgendlichen Teamsitzung mit den anderen Teamern und der Beschäftigung mit der eigenen „Kleingruppe“ standen nachmittags Großanimationen am Strand, ein Vorabendprogramm und als Abschluss gemeinsames Ausgehen auf dem Programm, bis hin zum Rückgehdienst aus den Discotheken frühmorgens. Dabei merkte man individuell unterschiedlich sehr schnell, wo die Grenzen der eigenen Belastbarkeit liegen- manchmal ganz schön schwer, dabei trotzdem noch gut gelaunt und offen für alle Sorgen und Probleme zu sein!

Trotz alledem würde ich sofort wieder meine Koffer packen und losfahren. Allein schon die Sonne und das Meer haben ein Gefühl von Urlaub erzeugt, der Sand zwischen den Zehen (und auf jedem Quadratzentimeter Zimmer) und natürlich die Zuneigung und die Dankbarkeit der Teilnehmer, die man betreut hat, haben jeglichen Streß vergessen lassen. Die Teilnehmer haben sich nicht nur untereinander, gefördert durch gemeinsames Chillen am Strand, Spieleabende und gemeinsame Aktivitäten kennen- und teilweise auch lieben gelernt, sondern auch zu uns als Betreuern ein Verhältnis entwickelt, welches nicht als Betreuer- Teilnehmer- Verhältnis betitelt werden kann, sondern durchaus als „Freundschaft“. Zahlreiche Tränen auf beiden Seiten am Abreisetag haben gezeigt, wie sehr man die gemeinsame Zeit genossen hat und wie wenig man in den Alltag zurückkehren wollte.

Kaum einer hat während seiner Zeit in Spanien auch nur eine Sekunde an zuhause gedacht, sondern den Aufenthalt bewußt als Auszeit gestaltet- die Teilnehmer, indem sie ihren Urlaub mit uns in vollen Zügen ausgekostet haben und wir Betreuer, indem wir unseren Alltag hinten angestellt und dafür aber unsere sozialen Kompetenzen in höchstem Maße erweitert haben.

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1 KOMMENTAR

  1. Schöner, ehrlicher Artikel: Kann das nur aus meinen eigenen Erfahrungen > 10 Jahren Teamer bestätigen: Kein leichter, entspannter Job, dafür um so wertvoller für die eigene Weiterentwicklung: Wie Christina schon schreibt u.a. um soziale Kompetenzen zu erweitern: Sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Teilnehmern! Wer rund um den Teamer/Jugendreiseleiter Job und ähnlichen Themen Fragen, Gedanken etc. hat – meine Kollegen (der ruf akademie http://www.ruf-akademie.de) und ich sind da immer gern im Austtausch.
    Lieben Gruß,
    Thilo

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