McSex - DIe Pornofizierung unserer GesellschaftAn dieser Stelle geht es ja nicht immer nur um direkte Themen zur Jugendarbeit, sondern auch um gesellschaftliche Trends und Themen rund um Jugendliche allgemein. Um eben so ein Thema soll es auch heute bei dieser Buchvorstellung gehen. Mit ihrem Buch „McSex – Die Pornofizierung unserer Gesellschaft“ hat Myrthe Hilkens in ihrem Heimatland, den Niederlanden, großes Aufsehen erregt und auch in Deutschland wurde das Buch in manchen Fernsehsendungen als Anlass für Diskussionen genutzt. Die Autorin beschreibt darin, wie Sex und pornographische Darstellungen zunehmend zum Alltag werden. Vor Allem die Darstellungen in den Medien sind Ziel ihrer kritischen Beleuchtung dieses Trends.

Für Hilkens wird Sex immer mehr zum Konsumartikel, der an jeder Ecke schnell mal zwischendurch konsumiert werden kann – eben wie das schnelle Fastfood beim Burger-Brater. Aus dem stillen Kämmerlein rücken Porno und Co auf die Straßen, in Musikvideos und damit in den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Eine Möglichkeit zu erkennen, was „normal“ ist und was lediglich der künstlichen Darstellung der Medien entspricht, wird so für die jüngsten Generationen nicht mehr erkennbar. Rollenbilder, die eigentlich nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen (Männer sind die Macher und Frauen bieten sich ihnen an), und dennoch vor Allem in HipHop-Musikclips präsentiert werden, prägen die Einstellung der Zielgruppe der Videos.

Es ist interessant zu lesen, wie die Autorin Studien mit Beobachtungen der Medienentwicklung und Interviews aller Generationen kombiniert. Dass die Auswahl der Zeitzeugen nicht zwingend repräsentativ ist, wird jedem Leser klar, aber dennoch machen sie ein Phänomen deutlich: Pornographie und Sexualität gehört heute deutlich stärker zur Lebenswelt von jungen Erwachsenen als noch wenige Generationen vor ihnen.

Auch wenn das Buch für meinen Geschmack an einigen Stellen zu stark den moralischen Zeigefinger auspackt, ist es ein interessantes Werk. Es beschreibt eine zu hinterfragende Entwicklung, deren sich Eltern, aber auch Jugendleiter bewusst sein sollten. Es gibt Anregungen zur Diskussion und Einblicke in die Lebenswirklich unserer Zielgruppe.

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