Deutschlands sexuelle TragödieIn der heutigen Buchbesprechung stellen wir euch ein in Deutschland heiß diskutiertes Buch vor, das seit seiniger Veröffentlichung für Aufregung gesorgt hat. Das Buch heißt „Deutschlands sexuelle Tragödie – Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist“ und wurden von Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher geschrieben.

Das Buch beschreibt die Erfahrungen, die die beiden Autoren während ihrer Arbeit mit Kindern in dem Sozial-Projekt „Die Arche“ in Berlin gesammelt haben. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die Ansprechpartner suchen oder Kontakt zu anderen Jugendlichen finden wollen. Die Autoren skizzieren die Lebensläufe und sexuellen Erfahrungen, die aus den Kindern das gemacht haben, was sie nun sind. Und diese Geschichten sind häufig sehr erschreckend und regen zum Nachdenken an.

Kann es normal sein, dass Kinder vor der Schule von ihren Eltern vor den Fernseher gesetzt werden und Pornos sehen sollen? Kann es normal sein, wenn ein allein erziehendes Elternteil ihre Kinder beim Sex mit einer fremden Person zuschauen lässt? Oder kann es normal sein, wenn Kinder auf sogenannten Home-Parties mehrere Tage durchfeiern und das ganze zu einer Art „Gang Bang“ ausartet,  bei dem jedern mit jedem Sex hat?

Die Auswahl der Fälle hat den Autoren einiges an Kritik bereitet: es ist keine repräsentative Stichprobe und die Fälle seien Einzelfälle. Zommer.de hat dem Buch und der Diskussion sogar ein eigenes Top-Thema gewidmet. Auch wenn die statistischen Daten keinen klaren Trend erkennen lassen: für mich war es erschreckend, was für Erfahrungen Kinder machen müssen. Jeder Einzelfall ist einer zu viel.

Das Buch selbst besteht aus 32 „Fallbeispielen“ und aus kurzen Texten, die die Fälle unterbrechen und zusammenfassen und Trends und Fakten beschreiben. Beim Lesen der Fälle störte es ein wenig, dass die Autoren manchmal stark wertende Begriffe verwendeten, die den Leser zu einer vorgefertigten Meinung drängen. Hier wäre etwas mehr Objektivität wünschenswert gewesen.

Auch wenn das Buch nicht direkt zur Jugendarbeit passt, so kann ich es doch jedem nur ans Herz legen. Es ist eine aufrüttelnde Darstellung an realen Lebensläufen!

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edit:

Buch über das Sexleben Jugendlicher stößt auf enorme Resonanz

Auf große Resonanz stieß die Veröffentlichung des Buches „Deutschlands sexuelle Tragödie“ von „Arche“-Gründer Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher, Sprecher des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks. Sowohl in der breiten Öffentlichkeit, als auch in Politik und in den Kirchen wird seit dem Erscheinungstermin am vergangenen Mittwoch heftig darüber diskutiert.

Das Buch hat eine breite Debatte über Medien und Jugendschutz ausgelöst. Mittlerweile wird ein

strikteres strafrechtliches Vorgehen gegen jugendgefährdende Pornografie gefordert.

Bernd Siggelkow über sein Buch: „Wir wollten damit definitiv eine Diskussion anstoßen. Wir fordern eine wissenschaftliche Studie über das Sexualverhalten der Kinder und Jugendlichen. Denn die sexuelle Verwahrlosung über die wir schreiben, betrifft nicht nur Kinder aus der sogenannten Unterschicht, sondern ganz allgemein jene, die zu Hause keine Wärme und Liebe empfangen und unter emotionaler Armut leiden.“

Programmhinweise:

Montag, 15.09.08, 22.15 Uhr

RTL Extra „Das erste Mal mit elf: Die sexuelle Verwahrlosung von Kindern“

Mittwoch, 17.09.08, 22.15 Uhr

STERN TV (RTL) – Bernd Siggelkow zu Gast bei Günther Jauch

2. Erweiterung

Auch Spiegel-Online widmet sich dem Thema: Link zum Video (mittlerweile leider nicht mehr online verfügbar)

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Daniel Seiler ist der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog. Seit mehr als 10 Jahren ist er in der Jugendarbeit aktiv, hat viele Jahre einen Verband geleitet und bloggt nun aus seinen Erfahrungen aus über 100 Freizeittagen und mehr als 200 Gruppenstunden. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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