Schöne FerienAuf ein Ferienlager kann man sich ja eigentlich nicht genug vorbereiten – doch mit Literatur? Ist das nicht ein wenig trocken? Nein, muss es nicht sein. Das #institut juleiqua beweist uns das Gegenteil. Denn in „Schöne Ferien“ von Gerit Kopietz & Jörg Sommer entscheidet der Leser, wie das Abenteuer Ferienlager am Schluss ausgeht. Nach jedem der 358 Kapitel steht der Leser vor Entscheidungen, die den Verlauf der Geschichte verändern und beeinflussen.

Diskutiert man ein Problem bis zum bitteren Ende oder lässt man es einfach auf sich beruhen? Wartet man auf das fehlende Kind, fährt man ohne es ins Lager oder telefoniert man ihm hinterher? Und mit wem soll man eine Gruppe leiten? Zur Auswahl stehen 4 Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die auch das spätere Geschehen beeinflussen werden: wie wäre es mit Murat, dem 18 Jährigen Moslem, der gerne Rad fährt und das Geschehen im Lager bisher nur aus der Sicht eines Teilnehmers kennt? Oder Horst, der 54 Jährige Frührentner, der eine totale Stimmungskanone ist und gerne Mal ein Bier trinkt? Und da wären noch Wiebke, die Sozialpädagogik-Studentin, für die das Lager ihre erste Freizeit ist und Sandra, 25 Jahre, die Gitarre spielt und Pfadfinderin ist.

Das Buch gliedert sich in 7 Kapitel:

  • Aller Anfang ist schwer
  • der „gemütliche“ Einzug
  • Betreuer unter sich
  • Ein Unglück kommt selten allein
  • Radtour mit Folgen
  • die ultimative Abschiedsparty

Die Kapitel orientieren sich also stark am realen Ablauf einer Ferienfahrt, auch wenn nicht immer z.B. eine Radtour stattfindet. Je weiter man in der Freizeit fortfährt, umso schwieriger werden auch die auftretenden Probleme und Entscheidungen, die der Betreuer/Leser lösen bzw. treffen muss.

Aufgepasst! Manche falsche Entscheidungen können zu einem abrupten Ende der Freizeit führen. Man sollte sich also vorher gut überlegen, was man so macht! Positiv zu erwähnen ist auch die Aktualität des Buches: die Änderungen am Jugendschutzgesetz aus dem Jahr 2007 haben bereits ihren Weg in das Buch gefunden!

Insgesamt ist das Buch sowohl für einen einzigen Leser als auch das Lesen in der Gruppe sehr gut geeignet. Aber nicht alle vorgegebenen Entscheidungsmöglichkeiten, zwischen denen man sich entscheiden muss, sind erschöpflich, so dass man sich oft zwischen dem kleineren Übel und nicht für die ideale Lösung entscheiden kann.

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Daniel Seiler ist der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog. Seit mehr als 10 Jahren ist er in der Jugendarbeit aktiv, hat viele Jahre einen Verband geleitet und bloggt nun aus seinen Erfahrungen aus über 100 Freizeittagen und mehr als 200 Gruppenstunden. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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