Hallo Hans,

Du betreibst die Internetseite www.praxis-jugendarbeit.de. Seit wann gibt es die Internetseite schon? Wie kam es zu deren Entstehung?

Ursprünglich standen die Inhalte auf der Homepage des CVJM Magstadt (www.cvjm-magstadt.de). Da ich seit 1974 in der Jugendarbeit als Jugend- und Freizeitleiter ehrenamtlich tätig bin, hatte ich mit der guten alten Schreibmaschine sehr viel Material zusammengeschrieben und in vielen Ordnern abgelegt. Vor jeder Freizeit wurden dann die Ideen für die Mitarbeiter kopiert.Im Jahre 2001 begann ich das Material ins Internet zu stellen.

Wie bist du zur Kinder- und Jugendarbeit gekommen?

Ich denke wie die meisten Jugendleiter(innen) auch: zunächst als Mitglied einer Jungschar, Jungenschaft, Jugendkreis. Dann irgendwann mal als Mitarbeiter angefangen. Mittlerweile sind es in den 34 Jahren über 80 Ferienlager geworden, die ich organisiert und geleitet habe und weit über 1400 Gruppenstunden. Von der Jungschar, Jungenschaft, Teeniekreis, Mitarbeiterkreis, bis hin zur offenen Jugendarbeit mit ausländischen Jugendlichen habe ich so ziemlich alles gemacht, was es an Jugendarbeit geben kann. Highlights meiner Ferienfahrten waren Kanu- und Raftingtouren in Schweden oder Südfrankreich, aber auch eine 1000 Kilometer lange Fahrradfreizeit in die Normandie, oder160km in der Bretagne an der Küste entlang wandern.

Welche Informationen findet man auf der Seite und welche Funktionen bietet sie?

Praxis-Jugendarbeit.de ist eine Materialsammlung zur Jugendarbeit. Man kann darauf ca. 2500 Spiele finden, 175 Bastelideen, Ideen für ganze Themenlager, etwa 150 – 180 komplette Gruppenstunden herausziehen, oder für die christlich orientierte Jugendarbeit nahezu 200 Impulse zu verschiedensten Themen erhalten. Für Kinder- oder Jugendgottesdienste, oder auch für Eltern- oder Lagerabende stehen ca. 140 Sketche oder Anspiele bereit.

Ferner sindetwa 75 kurze Geschichten enthalten. Für Quizabende stehen über 1000 Quizfragen aller Couleur zur Verfügung. Eine umfangreiche Sammlung an Inhalten für Mitarbeitergespräche und Mitarbeiterschulungen runden das Angebot ab.

Die 700 HTML Seiten ergeben ausgedrucktüber 2000 DIN A4 Seiten.

Ein Newsletter erscheint alle 1-2 Monate und informiert über neue Inhalte, oder enthält den einen oder anderen Linktipp.

Ideen habe ich noch genug, doch es fehlt an der Zeit und Kapazität alle Ideen umzusetzen. So gehe ich die Umsetzung nach und nach an, so wie zum Beispiel die Übersetzung der Seiten ins Englische.

Du hattest im Jahr 2006 den Förderpreis des Internet Award der EKD erhalten – auch weil Du Deine Seiten barrierefrei aufgebaut hast?

Ja, ich habe im Jahr 2005 angefangen alle Seiten barrierefrei aufzubauen.Das ist auch gut gelungen, ohne Seiten doppelt zu führen.So sind zum Beispiel alle Seiten mit Screenreadern oder auch dem Handybrowser gut und schnell auf zu rufen – noch besser würde es gehen, wenn die Handybrowser sich endlich ans CSS richtig halten würden. Eine barrierefreie Webseite zu erstellenheißt übrigens nicht, große Abstriche einzugehen, oder Seiten doppelt zu führen. Seit der Umstellung auf barrierefreie Webseiten hat sich das Zugriffsvolumen deutlich erhöht.

Woher kommen die Ideen für die Andachten, die Spiele oder auch die Themen für die Jugendleiter-Ausbildung?

Sehr viele Ideen und Materialien entstammten aus den zahlreichen Aufschrieben. Aber in den letzten Jahren wurden natürlich auch einige hundert Ideen und Entwürfe von sehr vielen Jugendleiter(innen) zugesendet. Neue, interessante und ausgefallene Beiträge sind immer willkommen.

Wie häufig wird die Seite besucht und kannst du etwas zu den Besuchern sagen?

Oh je, das ist schwierig zu beantworten. Ich denke, dass es hauptsächlich Jugendleiter(innen), Lehrer, Sozialarbeiter, Eltern sind, die die Seiten besuchen. Wie häufig jemand wiederkehrt kann ich nicht sagen, aber im Monat sind sechsstellige Besucherzahlen zu verzeichnen, die 2-4 Seiten ansehen. Sicherlich gehört die Webseite zu einer der größten Materialsammlungen für die Jugendarbeit. Selbst die englische Version hat bereits sehr gute Kritiken erhalten und wird ihren Weg machen. Laut Webadressbuch gehört Praxis-Jugendarbeit zu den 6000 wichtigsten Internetadressen in Deutschland. Weltweit liegt Praxis-Jugendarbeitlaut Alexa-Ranking auf Platz200.000, die englische Version erst auf Platz 1.000.000. Da ist also noch etwas Steigerungspotenzial vorhanden.

Mittlerweile ist ja auch schon ein Buch zur Internetseite erschienen. Was erwartet den Leser dort?

Aus der großen Anzahl an Spielen ist das Spielebuch „Das große Buch der 1000 Spiele“ entstanden, mittlerweile schon die 3. Auflage. Laut Aussage eines Fachbuchverkäufers ist das Buch sehr beliebt für die Freizeitarbeit und als Basiswerk für jeden Jugendleiter(in) nur zu empfehlen.

Im Spielebuch sind 1000 Spiele, sowie einige Bastelideen für Themenlager enthalten. Mit Hilfe einer CD lässt sich alles sehr einfach auf den PC holen, zusammenstellen und bearbeiten. Dass Buch ist auch so aufgebaut, dass dadurch locker 20-30 Gruppenstunden zusammengestellt sind, bzw. Anregungen für ganze Themenlager entnommen werden können.Mir war sehr wichtig, dass das Buch praktisch ist und einen hohen Nutzwert bietet.Da müssen verschiedene Dinge miteinander abgewogen werden, um ein bezahlbares, praktisches und vielseitiges Buch zu erstellen und nicht die eierlegende Wollmichsau. Offensichtlich ist das gelungen.

Gibt es aktuell Aktionen, die bei Praxis-Jugendarbeit laufen?

Derzeit gibt es eine Tauschaktion – Tausche Ideen gegen Spielebuch. Bis zu 20 Spielebücher werden kostenlos zugesendet – sozusagen im Tausch gegen ausgearbeitete Gruppenstunden oder Bastelideen. Die „Bedingungen“ stehen auf der Webseite. Mehr Aktionen gibt es derzeit nicht. Sollte jemand eine passende Aktion einfallen – oder mir – dann werde ich davon berichten.

Hast du ein Lieblingsspiel oder eine Lieblingsmethode?

Spontan fallen mir da nur Spiele ein, die ohne Material auskommen und ziemlich flexibel gespielt werden können. Ein Klassiker ist Chef-Vize als Kreisspiel, oder3 Stöckle für draußen. Ein Lieblingsspiel habe ich eigentlich nicht. Mein Tipp: immer einen Spielekoffer in der Nähe haben. Denn damit lassen sich ganz spontan 200-300 Spiele spielen.

Vielen Dank für das Interview!

Hans hat für alle Blog-Leser noch ein kleines Geschenk: Mehr dazu könnt ihr morgen hier im Blog erfahren!

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