In Berlin sind die Sommerferien nun leider schon zu Ende und das heißt für viele Gruppenstunden: Die Gruppen werden zum Teil neu gemischt, neue interessierte Gesichter kommen hinzu, jüngere rücken nach und ältere bleiben weg, weil Ausland, Studium oder Zivildienst ruft. Genau wie zu Beginn jeder Gruppenreise geht es also (mal wieder) darum sich kennen zulernen. Ich glaube mit keiner anderen Frage habe ich mich in den letzten Jahren häufiger beschäftigt als der nach der Gestaltung einer gelungenen Kennenlerneinheit.

Dabei sind es zwei Dinge, die ich besonders gerne während der Kennenlernphase mit Gruppen mache. Einmal das „Kennenlern-Bingo“ und dann den „guten Geist“.

Kennenlern-Bingo ist mir im Spielereader von Oliver Klee (www.spielereader.org) zum ersten Mal begegnet und eignet sich in meinen Augen hervorragend zum Herausfinden diverser Eigenschaften der anderen Leute, denn ein bisschen neugierig sind wir ja alle. Jeder bekommt einen Bingo-Zettel und geht auf Unterschriftenjagd, indem er

andere Leute bittet, in den Feldern zu unterschreiben, die auf sie oder ihn zutreffen. Schnell werden Leute gesucht, die im gleichen Monat Geburtstag haben wie man selbst, man will jemanden finden, der schon einmal schwarz mit dem Bus gefahren ist und auch die Fremdsprachenkenntnisse der Mitspielenden sind auf einmal von größter Wichtigkeit. Wer zuerst alle Felder in einer Zeile oder Spalte ausgefüllt hat ruft „Bingo“ und bekommt den ersten Punkt. Ein möglicher Bingo-Zettel zum Ausdrucken findet sich im Spielereader.

Der gute Geist
Auch wenn ich zugeben muss, dass ich ein großer Fan von Halli-Galli-Spielen bin und stundenlang „Kennenlern-Bingo“ & Co spielen könnte (weitere Ideen kommen sicherlich noch in den nächsten Monaten), finde ich es genauso wichtig einen Moment zu finden, an dem man sich sammeln kann und gemeinsam ruhig wird. Auch, wenn es um sehr persönliche Gefühle geht, benutze ich immer wieder gerne die Methode „guter Geist“. Jeder bekommt eine Moderationskarte (oder eben irgendeinen bunten Zettel) und wird gebeten, ein Idol, ein Vorbild, eine Person, die er bewundert oder jemanden, der ihm im Leben besonders wichtig ist aufzuschreiben. Anschließend stellt jeder seine Person kurz vor und kann auch noch einige Sätze dazu sagen. Kurze Erläuterungen sind natürlich schön, aber kein Zwang. Alle Karten werden in der Mitte in einem Tuch gesammelt und dieses wird, wenn von jedem eine Karte darin liegt, zusammengeknotet und an die Decke gehängt. Der „gute Geist“ kann im Gruppenraum hängen und eventuell eignet er sich dazu, auf ihn in einer Auswertungsrunde nochmal Bezug zu nehmen. Auch, wenn man im ersten Moment an Kirche denkt, habe ich den „guten Geist“ beispielsweise auch schon als Einstieg in eine erste Arbeitsphase auf Fahrten mit Schülervertretungen benutzt. Und immer herrschte beim Vorstellen eine wahnsinnig schöne Atmosphäre.

Na dann, viel Spaß beim Kennenlernen .

2 KOMMENTARE

  1. Meine bisherige Erfahrung ist, dass das Bingo immer ankommt. Wenn Du Dir nicht sicher bist, helfen vielleicht entsprechende Preise die Motivation zu steigern.
    Habe es gerade in der letzten Woche mit 19- bis 23-jährigen gespielt und es hat gut geklappt (ohne grandiose Preise ;-))

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